Cäcilie

santa cecilia
Santa Cecilia, die Heilige Cäcilie, um 200 bis 230, entstammte einer reichen römischen Familie und war wohl ein hübsches Mädchen. Ihre Eltern wollten sie mit einem Valerianus genannten Heiden verheiraten, doch Cäcilie, der am 22.11. gedacht wird, offenbarte diesem in der Hochzeitsnacht, dass sie ihr Leben Christus gewidmet und das Gelübde der Jungfräulichkeit abgelegt habe. Ihr Ehemann machte gute Miene zu bösem Spiel, ließ sich von seiner Ehefrau überzeugen und von Urban I. taufen. Dies hatte nämlich Cäcilie zur Bedingung gemacht, damit er ihres Engels gewahr werde, der als ihr Beschützer fungierte und für normalsterbliche Menschen nicht sichtbar war. Nun aber konnte Valerianus tatsächlich den Engel sehen, und auch noch dessen Bruder Tiburtius konnte man für das Christentum gewinnen. Die beiden Brüder kümmerten sich vor allem um die sterblichen Reste von im Zuge der Christenverfolgung hingerichteten Christen, die nicht begraben werden durften, doch bald schon wurden sie gefasst und ebenfalls hingerichtet. So erging es ein wenig später auch Cäcilie, deren Martyrium jedoch länger währte, bis sie schließlich drei Tage nach ihrer Enthauptung doch verstarb. Santa Cecilia ist die Patronin der (Kirchen-) Musiker.

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Orontius von Lecce

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Sant’Oronzo di Lecce (22. – 26.08.68) war ein frühchristlicher Bischof und Heiliger, der dadurch Bedeutung erlangte, dass er die Stadt Lecce in Apulien 1650 von einer Pestepedemie, die bereits die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft hatte, befreite. Aus Dankbarkeit bzw. zur Einlösung eines Gelübtes ließ man 1666 eine Statue anfertigen, die auf eine der beiden Säulen montiert wurde, die einst in Brindisi das Ende der Via Appia markierten und nach Lecce auf die Piazza Sant’Oronzo überführt wurde (die heutige Statue stammt von 1739). Als Stadtpatron von Lecce wird dort an seinem Todestag jedes Jahr ein großes Fest begangen.

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Martin von Tours

san martino

Martin ist ein besonders in Frankreich verehrter Heiliger, wo er 372 zum Bischof von Tour geweiht wurde. Seine Popularität verdankt er neben dem Vollbringen einiger Wunder einem relativ asketischen Lebensstil und einer fürsorglich Haltung gegenüber den Armen, wie sie insbesondere in der Geschichte zum Ausdruck kommt, nach der er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Auch in Italien wird San Martino sehr verehrt, und zwar weniger durch kirchliche Prozeduren als in Form von volkstümlichen – sein Gedenktag am 11.11., dem Tag, an dem er 397 in Tour begraben wurde, fällt in die Zeit, in der der neue Wein erstmals genossen werden kann, und so wird Martin oft mit einem Gläschen Vino nuovo, gerösteten Maronen und lokalem Gebäck im Rahmen kleiner Zusammenkünfte oder gar Volksfeste gedacht. Diese haben jedoch nicht nur einen religiösen Anlass (nämlich das Gedenken an Martin), sondern früher war San Martino der Tag, an dem die für eine Saison abgeschlossenen Arbeitsverhältnisse der Landarbeiter ausliefen, ebenso wie die Pachten, und es musste bezahlt und neu verhandelt werden, gegebenfalls sogar ausgezogen werden, wenn die Pächter oder Tagelöhner keinen neuen Vertrag bekamen.

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Agatha

agata

Sant‘ Agata (um 230 – 251) ist eine aus Catania auf Sizilien stammende frühchristliche Märtyrerin und Heilige. Agatha wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Ihre Eltern Rao und Apolla waren wohlhabende Grundbesitzer und erzogen ihre Tochter gemäß ihres christlichen Glaubens. Im Alter von 15 Jahren beschloss Agatha, nicht heiraten zu wollen sondern ihr Leben Christus zu widmen. Das heranwachsende Mädchen wurde immer hübscher und weckte so das Interesse der Männerwelt. Aufgrund ihres Frömmigkeitsgelübtes wies Agatha auch die Brautwerbung des Statthalters Quintianus zurück. Dieser rächte sich an ihr, indem er sie foltern ließ. Im Rahmen der an ihr begangenen Folterungen wurden ihr zunächst die Brüste zerquetscht, die Wunden mit Fackeln verbrannt und dann die Brüste ganz abgeschnitten. Schließlich starb sie am 05.02.251 an weiteren Folterungen. Die abgeschnittenen Brüste wurden ikonographisch zu ihrem Attribut und finden sich nicht nur auf vielen Darstellungen der Heiligen, sondern auch die zu ihrem Gedenktag in Catania gefertigten Süßigkeiten Minne di Sant’Agata haben diese Form. Agata ist Schutzheilige von Catania sowie von San Marino und Malta.

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Rosalia

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Katholische Heilige (um 1130 – 1166), Schutzheilige von Palermo. Eigentlich hat Santa Rosalia zu Lebzeiten nichts Besonderes vollbracht – als man ihren Vater umbrachte, zog sie sich in eine Höhle auf dem Monte Pellegrino bei Palermo zurück, wo sie starb. Nur: Sie verweste nicht, und das ist gewissermaßen ihr Verdienst, denn 1625 fanden zwei Eremiten ihre Leiche in unverwestem Zustand und zudem den Kopf mit einem Kranz Rosen bekrönt, vermutlich ebenfalls nicht welk. Am 15.07.1625 wurden dann ihr Körper als Reliquie nach Palermo überführt – der 15.07. ist also der Tag der Translation, nicht der Namenstag (04.09.). Jedenfalls finden in Palermo am 15.07. jedes Jahr große Feiern statt, bei denen auch Typisches gegessen wird.

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Allerheiligen – Allerseelen

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Ognisanti (Allerheiligen) und Giorno dei morti (Allerseelen) liegen nicht nur zeitlich und inhaltlich eng beieinander, sondern auch kulinarisch, weshalb ich beide Feste hier zusammen behandele. Allerheiligen wird am 1. November gefeiert und ist ein Hochfest der katholischen Kirche. Gedacht wird dabei im wahrsten Sinne des Wortes aller Heiligen: Derer, die einen eigenen Gedenktag im Kirchenjahr besitzen, aber vor allem der Heiligen, die angesichts der begrenzten Tage eines Jahres über keinen eigenen Gedenktag verfügen und denen mit diesem Sammel-Gedenktag Genüge getan werden soll.

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Blasius

san biagio

San Biagio war ein frühchristlicher Bischof, der um das Jahr 300 im heutigen Armenien wirkte. Der Christenverfolgung entzog er sich zunächst durch Flucht in eine abseits gelegene Höhle, von der er, von Wildtieren bewacht, sein Bistum leitete. Als seine Verfolger ihn aufspürten, versuchten sie ihn durch vielfältige Folter von seinem Glauben abzubringen. Doch Blasius widerstand zunächst seinen Peinigern und wirkte sogar einige Wunder durch die Hilfe Christi, der ihm erschien. Schließlich wurde er jedoch mit zwei seiner Getreuen enthauptet, doch zuvor bat er im Gebet um die Gnade der Fürbitte und erhielten das Versprechen, bei Anrufung hilfreich vermitteln zu dürfen. Dies wurde ihm für den Bereich Halsleiden auch eingeräumt, und so gehört Blasius zu den 14 Nothelfern, an die sich Gläubige mit einem entsprechenden Leiden bis heute wenden. Sein Gedenktag ist am 03.02..

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Nikolaus von Myra

san nicola

San Nicola di Bari (270/286 – 325/365) ist ein frühchristlicher Heiliger und lebte in der heutigen Türkei. Mit seinem Wirken sind zahlreiche Legenden verbunden, nach denen er verschiedenste Wunder vollbrachte, vor allem heilte und rettete er in Not geratene Mitmenschen. Mit seinem Gedenktag, dem 6. Dezember, ist allerdings auch eine unschöne Seite seines Wirkens verbunden, denn ausgerechnet an einem 6. Dezember, der der griechischen Göttin Artemis gewidmet war, ließ er als Bischof von Myra den dortigen Artemis-Tempel zerstören. Ein religiöser Eiferer also, der vor Gewalt gegen Andersgläubige offenbar nicht zurückschreckte. Auch seine Verehrer waren nicht zimperlich und stahlen 1023 die Gebeine des Heiligen aus der Nikolaus-Basilika in Myra und brachten sie nach Bari in Apulien. Dort entstand dann die heute noch bestehende Basilica San Nicola und jedes Jahr wird nicht nur am Gedenktag in Bari gefeiert, sondern auch am sogenannten Translationtag, dem 8. Mai, finden Feiern zu Ehren des Heiligen statt. Dieser wird im gesamten christlichen Abendland nach wie vor sehr verehrt, wenn auch seine Popularität etwas eingebüßt hat: Galt doch früher der Nikolaustag und nicht Weihnachten als der Festtag, an dem die Kinder beschenkt wurden. Dies hat sich in den letzten 500 Jahren zugunsten von Weihnachten verschoben, wenngleich in einigen Regionen (in Italien u.a. in Bari) sich der altherbegrachte Brauch des Schenkens am Nikolaustag (bislang) erhalten hat.

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