Antonius der Große

Sant'Antonio

Antoius der Große (um 251 – 17.01.357) gilt als Mitbegründer des christlichen Mönchswesens, da er als einer der Ersten – aufgrund seines christlichen Glaubens allem Weltlichen entsagend – ein nur Gott gewidmetes, asketisches Leben als Einsiedler wählte, und zwar in der ägyptischen Wüste. Dort wurde Sant’Antonio Abate immer wieder von Visionen heimgesucht, in denen ihm der Teufel in verschiedenster Gestalt erschien und von seinem asketischen Leben abzubringen versuchte. Diesen Versuchungen widerstanden zu haben, das Festhalten an seinem Glauben, die Abkehr von leiblichen und weltlichen Begierden und zudem verschiedenste Wunder bewirkt zu haben (angeblich hilft Antonius gegen Kopfschmerzen!), führte schon zu Lebzeiten des Heiligen zu dessen Verehrung.

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Januarius von Neapel

san gennaro

San Gennaro war ein frühchristlicher Märtyrer, über dessen Leben und Wirken wenig bekannt ist. Relativ gesichert scheint, dass er am 19.09.305 in den Schwefelquellen von Pozzuoli bei Neapel den Märtyrertod gestorben ist. Er ist Schutzheiliger von Neapel und seine Reliquien werden ebendort im Dom aufbewahrt. Enorme Popularität genießt San Gennaro aufgrund des seit 1389 bezeugten Blutwunders: Des Heiligen Blut wird im Dom in fest verschlossenen Ampullen aufbewahrt und ist normalerweise in festem Zustand, doch zu bestimmten Anläsen verflüssigt es sich, was dann als Wunder des Gennaro gilt.

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Madonna della Salute

SM Salute

Der historische Hintergrund dieses in Venedig als Madonna della Salute gefeierten Marienfestes ist folgender: 1630 wütete wie fast überall in Europa auch in Venedig die Pest, der in Venedig fast 50.000 Menschen (d.h. ein Drittel der damaligen Einwohner Venedigs) zum Opfer fielen. Im Oktober 1630 gelobten Doge und Republik, an einem exponierten Ort, nämlich schräg gegenüber des Dogenpalastes, eine neue Marienkirche zu bauen, wenn denn die Gebete, Fürbitten und zu diesem Zweck veranstalteten Prozessionen die Heilige Jungfrau dazu bewegen könnten, der Pest ein Ende zu setzen. Anlässlich einer früheren Pestwelle hatte man 1576 schon einmal eine solche Votivkirche zu bauen versprochen und herausgekommen war die Kirche Il Redentore von Andrea Palladio. Auch ein Jahrhundert später klappte es: 1631 war die Seuche tatsächlich gebannt und man machte sich an die Umsetzung des Versprechens. Der venezianische Architekt Baldassare Longhena erhielt den Auftrag, die Votivkirche zu bauen, und so entstand (bis zur Weihe 1687) die noch heute das Stadtbild prägende Kirche Madonna della Salute. Und ebenfalls bis heute pilgern Tausende Venezianer am Marientag des 21. November zur dieser Kirche, um der Madonna für die erwiesene Gnade durch Gebete oder Stiften einer Kerze zu danken und für die eigene Gesundheit zu beten. Erleichtert wird dieses Pilgern durch eine jedes Jahr über den Canale grande, San Marco und Dorsoduro verbindend, eigens errichtete Bedarfsbrücke, die aus Anlass der Festa della Madonna della Salute montiert wird.

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Matthäus

matteo

Der Evangelist Matteo, vermutlich identisch mit dem Apostel Matthäus, war Verfasser eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und ist insofern ein wichtiger Heiliger der katholischen Kirche. Sein Fest ist am 21. September. Da er vor seiner Berufung zum Apostel Zöllner war, wurde er zum Schutzherrn der Händler, Bankiers, Buchhalter, Zöllner usw. Weil seine Reliquien in Salerno (Kampanien) aufbewahrt werden, ist Salerno ein wichtiger Ort der Matthäus-Verehrung, doch auch für viele andere Städte Italiens ist er der Schutzpatron. Sein Evangelistensymbol ist der Engel.

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Ferragosto – Mariä Himmelfahrt

Maria Himmelfahrt

Der 15. August ist gleich in doppelter Weise ein Fest- und (zumindest in Italien) ein Feiertag, nämlich Ferragosto und Assunzione. Um mit letzterem zu beginnen: Nach christlicher Lehre wurde Maria, die Mutter Christi, nach deren Tod in den Himmel aufgenommen. Dargestellt wird die Aufname Mariä in den Himmel (oft auch Himmelfahrt genannt) in der Kunst als leibliche Aufnahme.

Ferragosto ist hingegen ein Festtag aus vorchristlicher Zeit, leitet er sich doch von lat. Feriae Augusti (dt.: Festtag des Augustus) ab. Schon zu Lebzeiten von Kaiser Augustus wurde gefeiert, allerdings ursprünglich am 1. August – der Kirche war jedoch an einer Zusammenlegung mit dem Marienfest am 15. August gelegen, was dann auch geschah.

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Markus

san marco
Marco, eventuell identisch mit dem Apostel Markus, war Verfasser eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und ist insofern ein wichtiger Heiliger der katholischen Kirche. Sein Fest ist am 25. April und sein Evangelistensymbol der Löwe. Besonders gefeiert wird es in Venedig, denn dort wird er als Schutzheiliger verehrt, waren es doch angeblich zwei venezianische Kaufleute, denen es gelang, die Gebeine des Markus aus dem ägyptischen Alexandria herauszuschmuggeln, und zwar in einem Korb unter gepökeltem Schweinefleisch. Die Ankunft der sterblich Reste des Markus in Venedig erfolgte am 31.01.828 und dieser Tag, der Tag der Translation, wird in Venedig ebenfalls festlich begangen. Zeugnis der Markusverehrung in Venedig ist der Markusdom.

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Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn

mariä lichtmess
Presentazione al tempio ist die Darstellung des Herrn im Tempel, und damit hat es folgende Bewandtnis: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt eine Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Maria hatte deshalb nach der Geburt Christi (25.12.) in 40 Tagen (02.02.) ein Reinigungsopfer zu tätigen, das in Form von Tauben zu erbringen war. Hinzu kommt, dass neugeborene Kinder als Eigentum Gottes erachtet wurden, weshalb sie im Tempel präsentiert (dargestellt) wurden, wo sie durch Zahlung einer Geldspende ausgelöst werden konnten. Bei Christi Darstellung im Tempel trafen seine Eltern Maria und Joseph die Prophetin Hanna und den Propheten Simeon, die beide in Christus den verheißenen Messias zu erkennen glaubten. Simeon formulierte dabei seinen sogenannten Lobgesang, in dem er Jesus „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“ nannte. Die Bezeichnung Christi als Licht ist ein Strang, der das Fest Candelora (Mariä Lichtmess) begründet.

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Valentin

valentin

Der Valentinstag ist uns als Tag der romantisch Liebenden allen bekannt. Seinen Namen hat er von San Valentino, das ist sicher. Unsicher ist jedoch, welcher Valentin der Namensgeber war, denn es gibt mehrere. Fangen wir in Rom an. Dort lebte Valentin von Rom, der ebendort Priester war, und seine Legende enthält die nötigen Zutaten für einen Tag der Liebenden, denn er schenkte Trostsuchenden Blumen (!) und traute Liebespaare (!) nach dem christlichen Ritus, weswegen er auch am 14.02.269 in Rom an der Via Flaminia enthauptet und später heiliggesprochen wurde. Aus Terni, an der gleichen Straße, der Via Flaminia, doch 100 km weiter nördlich gelegen, stammte der zweite Valentin, nämlich Valentin von Terni. Dieser war zunächst Bischof von Terni, dann in Rom tätig, wo er durch Krankenheilungen Popularität gewann, schließlich aber am 14.02.268 am 63. Meilenstein der Via Flaminia ebenfalls enthauptet wurde. Zeit- und Ortsnähe sowie Todesursache legen nahe, dass es sich vielleicht um ein und dieselbe Person handelt.1 Zudem gibt es zu beiden Heiligen keine historisch verbürgten Daten sondern lediglich Legenden. Insofern ist es relativ unwahrscheinlich, dass die heutige Bedeutung des Valentinstags von der Vita des einen oder den Viten der beiden Valentine herrührt. Unser Valentinstag scheint somit lediglich am Todestag des Valentin begangen zu werden, nicht aber mit dessen Leben (oder deren Leben) zu tun zu haben.

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Unbefleckte Empfängnis

immacolata

Der Tag der Immacolata Concezione, der Unbefeckten Empfängnis Mariens, meint nicht, wie man vorschnell schließen könnte, die vermeintlich jungfräuliche Geburt Jesu, sondern verweist auf das Dogma der ohne Erbsünde geborenen Gottesmutter. Danach ist Maria seit ihrer Geburt aufgrund ihrer Vorbestimmung als Gottesmutter ihr Leben lang frei von Sünden gewesen und hätte deshalb auch keines Aufenthalts im Fegefeuer bedurft – im Gegensatz zu allen anderen Menschen, die aufgrund der Erbsünde und der eigenen Verfehlungen dort büßen müssen. Dieser Eigenschaft Marias gedenkt die katholische Kirche am 8. Dezember, und auch mit diesem Mariengedenktag sind eigene kulinarische Traditionen verbunden.

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