Campari

Eines der bekanntesten (und leckersten) italienischen Alkoholika ist sicherlich Campari. Genauer gesagt Campari Bitter, denn um den Bitterlikör handelt es sich meist, wenn man von Campari spricht. Gaspare Campari war der Firmengründer, der 1860 in Novarra das Caffè dell’Amicizia eröffnete und dort am Rezept des Campari tüftelte. Nach dem 1862 erfolgten Umzug nach Mailand eröffnete Campari dort zunächst sein Caffè Campari, 1915 dann in der Galleria Vittorio Emanuele II unweit des Mailänder Doms das noch heute bestehende Caffè Camparino. Die erste Campari-Fabrik ging 1904 in Sesto San Giovanni bei Mailand in Betrieb und im gleichen Jahr wurde Campari bereits in die USA exportiert. Es folgte ein bis heute anhaltender Höhenflug – die weltweit tätige Campari-Gruppe stellt heute eine Vielzahl alkoholischer und analkoholischer Getränke her.

Grundstein dieses Erfolgs ist Campari Bitter, der angeblich aus über 80 Zutaten hergestellt wird. Die Rezeptur ist natürlich (verkaufsfördernd) geheim, doch bekannt ist, dass zu den Zutaten Bitter-Kräuter, Chinin, Ginseng, Granatapfel, Rhabarber, Orangenschalen, die Rinde des Kaskarillabaumes und Zitrusöl gehören. Für den Erfolg des Getränks war neben dem Geschmack vermutlich auch die leuchtend rote Farbe des Bitters verantwortlich, für die der aus Cochenilleschildläusen gewonnene natürliche Lebensmittelfarbstoff Karmin (E 120) benutzt wurde. Erst 2006 stellte man auf künstliche Farbstoffe um. Der Alkoholgehalt des Bitters variiert von Land zu Land – in Deutschland sind es 25 % vol.

Verwendung findet Campari meist in Mischgetränken. Viele klassische Cocktails wie Negroni oder Americano werden mit Campari gemixt, doch am verbreitetsten ist wohl die Nutzung im Rahmen von Aperitifs. Dabei wird z.B. mit Orange oder Tonic der Campari verlängert, doch die typischste Mixtur ist die mit Soda. Bereits 1932 kam man auf die Idee, Campari mit Soda gebrauchsfertig in kleinen Flaschen zu verkaufen, was sich als äußerst erfolgreich erwies. Die bis heute genutzte kegelförmige Flaschenform für Camparisoda, der nur 10 % vol. Alkohol enthält, entwarf der futuristische Künstler Fortunato Depero.

Im Laufe der Zeit sind übrigens viele Künstler für Campari tätig geworden. Nicht nur das Design der Flaschen überließ man ihnen, besonders auch im Bereich der Print- und Film-Werbung waren namhafte Künstler für Campari tätig. Einen guten Überblick über deren Schaffen und die Firmengeschichte findet man in dem Galleria Campari genannten Museum, das 2010 in der allerersten Campari-Fabrik in Sesto San Giovanni (Via A. Gramsci 161) eröffnet wurde. Eine sehenswerte Sammlung von Campari-Werbegraphik hat auf Pinterest Claudio Cherubini zusammengetragen. Online sind auch verschiedene Werbe-Spots für Campari zu finden, darunter Federico Fellinis Oh, che bel paesaggio!, den er 1984 drehte.

Galleria Campari
Galleria Campari in Sesto San Giovanni

Bildinfo

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