Canederli

Canederli bzw. Knödel, die in Südtirol und auch im Trentino gern gegessen werden, bestehen primär aus Brotresten. Diesen relativ großen Gnocchi wird gern noch Speck zugesetzt.

Canederli

Knödel
canederli
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Menge (Standard) 16 Stück
Menge (anpassbar) 16 Stück
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Kochzeit 15 Minuten
Arbeitszeit gesamt 35 Minuten
Kalorien 171 kcal

Zutaten

  • 300 g Weizenbrot (altbacken)
  • 400 ml Milch
  • 80 g Schweineschinkenspeck geräuchert und durchwachsen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bd. Petersilie
  • 2 Eier
  • 180 g Weizenmehl (550 / 0)
  • 1000 ml Rindfleischbrühe vgl. Rezept
  • 1 Prise Muskatnuss fakultativ
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitung

  • Das Brot in kleine Würfel schneiden, mit der Milch übergießen, eine Stunde stehen lassen und in dieser Zeit mehrfach wenden.
  • Speck, Zwiebel und Petersilie sehr fein hacken.
  • Speck in einer Pfanne auslassen, Zwiebel dazugeben und glasig dünsten.
  • Das Brot gut ausdrücken (die Milch dürfte weitgehend absorbiert worden sein) und in eine Schüssel geben.
  • Speck, Zwiebel, Eier, Mehl und drei Viertel der Petersilie hinzufügen, gut vermengen und zu einem glatten Teig verkneten. Mit Salz, Peffer und ggf. Muskatnuss würzen. Der Teig darf nicht zu fest, aber auch nicht zu flüssig sein - ggf. mit etwas Mehl oder Milch korrigieren.
  • Mit leicht feuchten Händen den Teig zu Knödeln mit ca. 6 cm Durchmesser formen.
  • Die Rindfleischbrühe zum Kochen bringen und die Knödel hineingeben. Sie sind (nach ca. 12 Minuten) gar, wenn sie an die Oberfläche steigen.
  • Die Canederli in Brühe oder asciutti (s.u.) servieren.

Nährwerte

Kalorien: 171 kcal | Kohlenhydrate: 22 g | Protein: 10 g | Fett (gesamt): 5 g | ges. Fettsäuren: 2 g | mehrfach unges. Fettsäuren: 1 g | einfach unges. Fettsäuren: 2 g | Cholesterin: 16 mg | Natrium: 311 mg | Kalium: 201 mg | Ballaststoffe: 2 g | Zucker: 2 g | Vitamin A: 571 IU | Vitamin C: 4 mg | Kalzium: 59 mg | Eisen: 2 mg

Meine Notizen

 

canederli

 

gemuesefahne_55Canederli bzw. Knödel gehören zur Großfamilie der Gnocchi, auch wenn sie etwas größer sind als gewöhnliche Gnocchi. Ursprünglich stammen Knödel vielleicht aus Bayern. Heute sind sie eigentlich in allen Gebieten Italiens, die einmal unter habsburger Einfluss standen, unter ähnlichen Namen verbreitet. Südtirol ist allerdings die Knödel-Hochburg, in der es Knödel in verschiedensten Varianten gibt. Neben den von uns vorgestellten “Standard”-Canederli gibt es z.B. auch Varianten mit Kalbsleber, Spinat, Käse usw., und auch das altbackene Brot ist nicht immer Weißbrot, sondern kann auch Roggenbrot sein. Sogar süße, mit Aprikosen oder Pflaumen gefüllte Canederli gibt es. Schon Felice Libera zählte in seinem in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts verfassten L’arte della cucina fünfzehn verschiedene Sorten auf. Wer sich durch die Vielfalt der Knödel durchessen mag, dem sei das Sterzinger Knödelfest empfohlen, wo jährlich in der Altstadt im September eine 400 m lange Tafel aufgebaut wird, auf der angeblich um 70 verschiedene Knödelsorten aufgetischt werden.

 

knödelesserin
“Knödelesserin”
um 1200, Fresko, Burgkapelle St. Katharina auf Burg Hocheppan (BZ)
Das Fresko enthält die älteste Darstellung von Knödeln in Südtirol. Die liegende Maria, die gerade Christus entbunden hat, streckt eine Hand zu einer Amme aus, die über offenem Feuer Knödel kocht und gerade einen solchen probiert.

Bildinfo

Credits: Mit freundlicher Genehmigung des Tourismusvereins Eppan

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

 

gemuesefahne_55Die Hauptzutat, nämlich altes Brot, macht deutlich, dass Knödel eine Speise sind, die der Cucina povera entstammen. Lebensmittel waren relativ teuer und damit knapp, und so warf man im Zuge der Resteverwertung altes Brot nicht einfach weg, sondern nutzte es in einem anderen Kontext. Auch die Zugabe von etwas Speck, die uns heute nicht weiter auffällt, machte derartige Knödel damals zum Sonntagsessen.

 

gemuesefahne_55Wie isst man nun die Knödel? Wir haben sie in Brühe serviert, was eine typisch Form des Verzehrs ist. Doch Canederli, gekocht in Brühe oder Wasser, werden auch gern asciutti, also abgegossen, verzehrt. Dann gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Entweder man isst sie “solo” und gibt ein wenig Butter (selten auch eine Tomatensauce) darüber oder man genießt sie zusammen mit einem Fleischgericht und folgt so der nord- und mitteleuropäischen Tradition, “Sättigungsbeilage” und Fleisch zusammen (und nicht wie in Italien getrennt) zu servieren.

 

gemuesefahne_55Über Gnocchi im Allgemeinen, ihre Geschichte, die verschiedenen Varianten usw. haben wir schon ausführlich in unserem Hauptartikel Gnocchi berichtet, auf den wir hier (um Doppelungen zu vermeiden) verweisen. Dort findest du auch Hinweise zur Aufbewahrung usw.

 

Hier findest du mehr Rezepte aus dem Trentino – Südtirol.

 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 5. Januar 2024
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