Garganelli

garganelli

Garganelli sind eine für die Romagna typische Nudelart. Diese ähneln ein wenig den bekannteren Penne rigate, da beide an den Enden angeschrägt und geriffelt sind. Bei den Garganelli sind die federkielartigen Enden jedoch nicht Folge des Beschnitts, sondern Teigquadrate werden von einer Spitze her um einen runden Holzstab aufgerollt. Erfolgt das Aufrollen auf einem gegriffelten Brett (rigagnocchi genannt), hat die Oberfläche der Nudel eine solche geriffelte Struktur, die allerdings (anders als bei den längs geriffelten Penne) quer zur Längsachse liegt und den Sinn hat, dass die Nudel durch die Riffelung die Sauce besser aufnehmen kann.

rigagnocchi mit garganelli
Rigagnocchi mit Garganelli
Um die Garganelli herzustellen, braucht man allerdings einen dünneren Holzstab (z.B. Bleistift) als den mitgelieferten.

Man kann Garganelli relativ einfach selbst herstellen: Unter Beachtung der Vorgaben im Beitrag Pasta selbst machen stellt man den Teig Nr. 3 her, allerdings mit einem leichten Übergewicht an Weichweizen. Nach der Ruhephase rollt man den Teig aus und schneidet ihn in ca. 3 cm große Teigquadrate und rollt diese dann wie oben beschrieben auf. Hat man kein rigagnocchi-Brett zur Hand, kann man die Riffelung auch dadurch herstellen, dass man die Nudeln über die Zacken einer Gabel zieht.

Garganelli kennt man auch in den Marken und in der angrenzenden Emilia, wo sie allerdings Maccheroni al pettine (it.: pettine ≈ dt.: Kamm) heißen und etwas größer sind. In der Romagna hingegen sind sie für gewöhnlich kleiner, besonders dann, wenn man sie ganz klassisch in Kapaunbrühe serviert. Heutzutage werden Garganelli aber meist als pasta asciutta gegessen, und zwar mit Ragù alla romagnola oder con piselli e prosciutto (Erbsen und Schinken).

Der Legende nach wurden die Garganelli von einem Koch der Caterina Sforza (1463-1509), Gräfin von Forlì und Herrin von Imola sowie Großmutter des Cosimo I. de’ Medici, erfunden.[1]

Jedes Jahr findet am ersten September-Wochenende Codrignano, einem Ortsteil von Borgo Tossignano (BO), eine Sagra del Garganello statt.

 

 

 

 

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  1. Vgl. http://www.gastronomiamediterranea.com/storie-e-leggende-del-garganello/ (Letzter Zugriff: 29.04.21)

2 Gedanken zu “Garganelli

  • 19. Mai 2021 um 9:20
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    Ich finde Eure Seiten mit Informationen über die Historie und Rezepten außerordentlich gut.
    Mille Gracie!
    Mit freundlichen Grüßen
    Wulf

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