Kirschtomaten

Kirschtomaten, im Italienischen meist pomodorini genannt, werden immer beliebter. Das liegt vor allem an ihrem ziemlich süßen, aromatischen und intensiven Geschmack. Hier erläutere ich, welche Sorten es gibt und worauf man achten sollte.

 

kirschtomaten

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Urheber: Bloodua (123RF)

 

Eine der Hauptzutaten in der italienischen Küche sind Tomaten. Tomaten, Tomaten und nochmals Tomaten. Kein Wunder, dass es davon auch viele unterschiedliche Sorten gibt. Das Angebot von Tomaten ist nahezu unüberschaubar – bei einem italienischen Samenhändler habe ich allein 326 (!) verschiedene Tomaten-Sorten im Angebot gefunden … Diese Vielfalt wird jedoch durch den Umstand reduziert, dass in Deutschland allenfalls mal italienische Sorten wie San Marzano, Roma oder Cuore di bue frisch auf dem Markt angeboten werden. Diese Sorten sind allerdings größere Tomaten – hier soll es nur um die kleinen Kirschtomaten gehen. Dies sind im Idealfall kleine, vollreife, aromatisch und intensiv schmeckende, süße Tomaten, die in Italien unter dem Namen pomodorini bekannt sind. Diese pomodorini werden auch unter den Namen ciliegini (von ciliegia ≈ Kirsche), grappoli (von grappolo ≈ Traube; meist etwas größer als ciliegini), perla (≈ Perle) oder auch di collina (≈ vom Hügel) verkauft. Wiegen sollten die Tomaten zwischen 8 und 15 g. Ist man beim Tomatenkauf mit diesen Begriffen nicht erfolgreich, kann man es mit der Sorte versuchen: Häufig sind es Tomaten der Sorte Pomodorini di Pachino. Diese sind ein IGP-Produkt und haben ihren Namen von der Stadt Pachino (SR) auf Sizilien, wo es große Gebiete gibt, auf denen pomodorini di Pachino in den Varianten costoluto, ciliegino, grappolo und tondo liscio angebaut werden. Datteri (von dattero ≈ Dattel) sind eine weitere Sorte; diese Tomaten haben eine etwas längliche Form.

 

Wer jetzt einwendet, das seien doch Kirsch- oder Cocktail-Tomaten und diese gebe es doch im Supermarkt um die Ecke – nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig! Das erste Problem ist, dass die hier in Deutschland frisch angebotenen Kirschtomaten meist ohne Nennung der Sorte unter Phantasienamen wie „Naschtomaten“, „Genußhappen“ oder ähnlich verkauft werden, was die Orientierung des Verbrauchers nicht gerade erleichtert. Äpfel werden bei uns zwar bei Nennung der Sorte verkauft, doch viele andere Obst- und Gemüsesorten werden leider nur als Tomaten, Erdbeeren usw. angeboten. Das zweite und gravierendere Problem ist, dass diese hier frisch verkauften Kirschtomaten oft nicht die gewünschte Qualität haben. Klein, vollreif, süß, aromatisch und intensiv sollen sie schmecken. Ob sie das tun, muss man letztlich selbst ausprobieren. Die Chancen sind auf jeden Fall im Sommer besser als im Winter.

 

Eine Alternative zu frischen Tomaten sind noch italienische Dosen-Tomaten, die die oben genannten Bezeichnungen tragen und von der Qualität her gut sind. Ob Dosen-Tomaten im Einzelfall tatsächlich eine Alternative sind, hängt allerdings auch vom Gericht ab – nicht immer kann man frische Tomaten durch solche aus der Dose ersetzen. Die pomodorini kommen übrigens im Gegensatz zu anderen Dosen-Tomaten ungeschält in die Dosen. Das ist aber nicht schlimm, da die Tomaten auch aufgrund ihrer Größe eine ganz dünne Schale haben und durch diese beim Kochen gut „in Form“ bleiben.

 

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Pomodoro di Pachino var. ciliegino

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Wer sich noch etwas intensiver mit Tomaten auseinandersetzen will, dem seien hier noch einige Seiten empfohlen.[1]

 

 

Hier alle Rezepte mit Kirschtomaten auf A-I-K.de.

 

 

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Einige Tomatenseiten: Di Meo Remo (Pflanzenzüchterseite auf Deutsch mit Beschreibung unterschiedlicher Tomatengruppen), Rosso d’estate: il top dei pomodori italiani (Bericht auf Italienisch), Le 5 qualità di pomodori italiani più diffusi (Bericht auf Italienisch), Ad ognuno – la sua varietà di pomodoro (Bericht auf Italienisch) – (Letzter Zugriff: 02.09.16)

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