No-Gos der italienischen Küche

Dass die italienische Küche weltweit beliebt ist, haben wir schon verschiedentlich festgestellt. Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten: Oft schleichen sich beim italienisch Kochen nationale Eigenheiten ein, bei denen Italienern das kalte Grausen kommt.

no-gos
Das geht gar nicht: Nudeln mit Ketchup

Als Webseite, die sich dem authentischen italienischen Kochen verpflichtet fühlt (vgl. hier), sind wir stets bemüht, eventuellen Fehlern bei der Adaption der italienischen Küche nachzuspüren. Daher wollen wir unseren Lesern eine Umfrage[1] des international tätigen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov nicht vorenthalten. In der im Februar 2022 veröffentlichten Umfrage wurden Italienerinnen und Italiener befragt zu ihrer Haltung hinsichtlich verschiedener möglicher Fehler, die bei der Zubereitung von italienischen Gerichten oder bei deren Verspeisen passieren können. Die Skala der möglichen Antworten reichte von „akzeptabel“ bis hin zu „inakzeptabel“.

Was sind nun die größten No-Gos in den Augen der Italiener? Am schlimmsten wird der „Genuss“ von Nudeln mit Ketchup empfunden. Diese Unsitte ist besonders im asiatischen Raum verbreitet, doch auch in Deutschland gibt es laut Umfrage viele Menschen, die den Griff zur Ketchup-Flasche dem Köcheln eines Tomatensugos vorziehen. Auf Platz 2 und 8 rangieren Fehler, die im Zusammenhang mit dem Pastakochen gemacht werden, nämlich die Nudeln in kaltes statt kochendes Wasser zu geben bzw. sie nach dem Kochen mit kaltem Wasser abzuschrecken (hiervor haben wir in unserer Anleitung Nudeln richtig kochen ausdrücklich schon gewarnt). Die Pizza mit Ananas zu belegen, landet als Todsünde auf Platz 3. Den nächsten Platz bekleidet das Essen von Nudeln als Beilage – Nudeln sind in Italien stets der erste Gang (primo), dem der Hauptgang (secondo) folgt, und daher geht die Kombination von Nudeln mit Hauptgang gar nicht (bei den Kartoffeln sieht es übrigens etwas anders aus: diese werden als Gemüse und nicht als „Sättigungsbeilage“ angesehen und daher teilweise mit dem Hauptgang serviert). Das Zerschneiden von langen Nudeln mit dem Messer ist ein weiterer Fauxpas, gefolgt von der Nutzung von Sahne bei der Zubereitung der Carbonara (vor dem wir in unserem Carbonara-Rezept auch warnen). Und das Streuen von Käse über ein Nudelgericht mit Meeresfrüchten schätzen die Italiener auch nicht.

Die Umfrage von YouGov ist auch insofern interessant und lesenswert, als nicht nur die No-Gos der Italiener aufgezählt werden (von denen es natürlich mehr als die hier genannten TOP 8 gibt), sondern auch Befragungen in 16 anderen Ländern durchgeführt wurden, die die jeweils landesspezifischen Haltungen zu dem, was Italiener als falsch empfinden, offenlegen. Auch was wir Deutschen alles falsch machen, kann man dort schön sehen.

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. https://yougov.de/topics/lifestyle/articles-reports/2022/02/04/laut-italienern-machen-wir-italienisches-essen-fal (Letzter Zugriff: 30.12.22)