Pizza Margherita

Eine, wenn nicht DIE klassische neapolitanische Pizza ist Pizza Margherita. Tomate, Mozzarella und Basilikum als Zutaten begründen den Weltruhm dieser königlichen Pizza.

Pizza Margherita

Pizza Margherita
Pizza Margherita
Zur Rezeptesammlung hinzufügen    Drucken
Menge (anpassbar) 2 Portionen
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Arbeitszeit gesamt 40 Minuten
Kalorien 611 kcal

Zutaten

Anleitung

  • 9 Basikumblätter zerreißen und in die Passata geben, damit die Tomaten ziehen können.
  • Hefe in ein Schälchen zerbröseln und mit 2 EL lauwarmem Wasser auflösen.
  • Mehl und Salz in eine Schüssel geben, in der Mitte des Mehls eine Mulde formen und Hefe hineingießen.
  • Mit dem Handmixer (mit Knethaken) unter tröpfchenweisem (!) Hinzugeben von lauwarmem Wasser zu einem Teig verarbeiten, der so trocken ist, dass er gerade nicht mehr klebt.
  • Die Teigkugel in der Schüssel mit einem Handtuch bedecken und 30 Minuten gehen lassen.
  • Mozzarella in Würfel schneiden und abtropfen lassen.
  • Teig in 2 Kugeln teilen und jede Kugel auf einer glatten, bemehlten Fläche (am besten Marmorplatte) mit einem Nudelholz so dünn ausrollen, dass 2 ca. esstellergroße Pizzen entstehen. Der Teigfladen soll ziemlich dünn werden, ca. 1,5-2 mm dick.
  • Die Teigfladen auf Backbleche geben, am besten auf Backpapier.
  • Auf jeder der Pizzen 50 g Passata dünn bis kurz vor den Rand verstreichen.
  • Je nach Wunsch noch leicht salzen und pfeffern und/oder einen Faden Olivenöl über die Tomaten geben.
  • Jede Pizza ca. 4 Minuten auf mittlerer Schiene bei 250° Umluft backen.
  • Pizza aus dem Ofen nehmen und mit Mozzarellawürfeln belegen.
  • Pizza noch einmal in den Ofen stellen und bei gleicher Temperatur weiterbacken, bis der Käse so weit geschmolzen ist, dass er Fäden zieht (ca. gut 2,5 Minuten).
  • Jede Pizza mit 3 (zerrissenen) Basilikumblättern bedecken bzw. garnieren und heiß servieren.

Rezept-Hinweise

Werbung
Wein-Empfehlung:
Bardolino Classico (Fratelli Poggi)
Zur Pizza Margherita trinke ich am liebsten einen leichten Bardolino vom Gardasee - unkompliziert, aber klar und sauber.
Weitere Informationen zu diesem Wein ...

Nährwerte

Kalorien: 611 kcal | Kohlenhydrate: 62 g | Protein: 28 g | Fett (gesamt): 30 g | ges. Fettsäuren: 11 g | mehrfach unges. Fettsäuren: 2 g | einfach unges. Fettsäuren: 9 g | Cholesterin: 50 mg | Natrium: 789 mg | Kalium: 259 mg | Ballaststoffe: 5 g | Zucker: 5 g

Umweltverträglichkeit

 

Pizza Margherita
Pizza Margherita
Während sonst alle meine Rezeptbilder selbst gekochte Gerichte zeigen und selbst fotografiert sind, nutze ich hier ausnahmsweise ein fremdes Bild, zeigt es doch eine Pizza Margherita aus der renommierten Pizzeria da Michele, wo ich zwar selbst schon gegessen, leider aber nicht fotographiert habe.

Bildinfo

Page URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ALa_vera_pizza_Napolitana_(319020748).jpg
File URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9d/La_vera_pizza_Napolitana_%28319020748%29.jpg
Attribution: By Leandro Neumann Ciuffo (La vera pizza Napolitana) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

 

gemuesefahne_55Pizza Margherita wird natürlich das ganze Jahr über gegessen. Doch sie ist so neapolitanisch, gewissermaßen die kulinarische Inkarnation Neapels, dass sie hervorragend zu dem im religiösen Bereich herausragenden San Gennaro passt und ich sie deshalb in meinem Speisekalender diesem zuordne und nicht ihrem angeblichen Entstehungsdatum 11.06. (siehe unten). Neapel hat neben San Gennaro noch sieben andere Haupt- und weitere 44 Hilfs-Schutzheilige[1], doch San Gennaro toppt alles. Er beschützt die Stadt vor dem Vesuv und ist für das private Glück im Kleinen (von Lottogewinnen über Hochzeiten bis hin zu Fußball-Ergebnissen) zuständig. Seine inbrünstige Verehrung durch das gläubige Volk und der ungebrochene Glaube an seine Wundertaten machen ihn zu einem wichtigen Pfeiler neapolitanischer kultureller Identität.

 

gemuesefahne_55Fangen wir mit dem Schwierigsten an, dem Teig. Dieser soll, wie ich in meinen allgemeinen Ausführungen zur PizzaVgl. ausführliche, bebilderte Info-Seite zur Pizza napoletana beschrieben habe, relativ dünn sein. Den Teig entsprechend auszurollen, ist nicht weiter schwierig (möglichst rund sollte der Teigfladen werden!), doch die richtige Konsistenz des Teigs zu treffen schon eher. Da es dabei wirklich um halbe Teelöffel Wasser geht, die einen Teig zu trocken (dann ist er bröselig) oder zu feucht (dann klebt er) werden lassen und das Ergebnis auch immer von den äußeren Bedingungen (Raumtemperatur und -feuchtigkeit) abhängt, habe ich erst gar nicht den Versuch unternommen, die Menge des notwendigen warmen Wassers zu quantifizieren. Da hilft nur einfach probieren. Richtig ist der Teig, wenn er gerade nicht mehr klebt. Als Tipp vielleicht den Hinweis, dass es nach meinen Erfahrungen einfacher ist, einen relativ feuchten Teig durch Hinzugabe von Mehl trockener zu bekommen, als umgekehrt. Wenn dann immer mehr Mehl zugegeben werden muss und die Teigmenge auf einmal deutlich größer als geplant ist – macht nichts, man muss ja nicht den gesamten Teig nutzen.

 

gemuesefahne_55Auch zu den Zutaten und Zubereitungsweisen habe ich auf der Seite zur PizzaVgl. ausführliche, bebilderte Info-Seite zur Pizza napoletana schon Vieles ausgeführt, auf das ich hier verweise.

 

gemuesefahne_55Wie ist nun die Pizza Margherita, die vermutlich bekannteste aller Pizzen, zu ihrem Namen gekommen? Dies ist oft erzählt und kam so: Am 11. Juni 1889 soll ein Pizzabäcker namens Raffaele Esposito, Inhaber der damaligen Pizzeria Pietro… e basta così (dt.: Peter… und damit Schluss), der heutigen Pizzeria Brandi (Salita S. Anna di Palazzo 1/2, NA), von der Königin Margherita zum Pizzabacken in den Königlichen Hof in Capodimonte gebeten worden sein, wo König Umberto I. und seine Frau Margherita vorübergehend residierten. Vermutlich aus wohlüberlegtem Marketingkalkül belegte Esposito eine seiner der Königin aufgetischten Pizzen in den italienischen Nationalfarben Grün (Basilikum), Weiß (Mozzarella) und Rot (Tomaten) und nannte diese Pizza dann auch noch zu Ehren der Königin Margherita. Das Kalkül ging auf: Die so belegte Pizza wurde unter dem Namen Margherita weltberühmt, und Esposito bzw. seine Nachfolger Brandi reklamierten für sich deren Erfindung.

 

Brandi

Bildinfo

Page URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3APizza_Napoli_Brandi.jpeg
File URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Pizza_Napoli_Brandi.jpeg
Attribution: By myself (Napoli) [CC0], via Wikimedia Commons

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

Tatsächlich wurde jedoch schon vorher eine so belegte Pizza gegessen (angeblich ist dies bereits für das Jahr 1866 bezeugt[2]), und Espositos Pizzabacken im königlichen Palast war auch nicht der erste royale Pizza-Kontakt – schon vorher hatte die Königin aus verschiedenen neapolitanischen Pizzerien Pizzen kommen lassen.[3] Esposito war jedoch so geschickt, dass er zur richtigen Zeit den richtigen Belag wählte und die der Königin angebotene Pizza dann auch noch passend benannte. Vor allem aber war er wohl als einziger Pizzalieferant so klug, eine Art Empfangs- und Dankesschreiben des Hofs aufzuheben, von dem in der Folge zu Werbezwecken intensiv Gebrauch gemacht wurde. Fraglich ist jedoch, ob dieses Schreiben echt ist. Vermutet wird, dass das Schreiben eine Fälschung aus den 1930er Jahren ist, mit dem die neuen Besitzer Brandi ihrer 1932 gekauften Pizzeria zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen wollten.[4]

 

gemuesefahne_55Varianten der Margherita gibt es wenige. Die meisten „Varianten“ sind eher unter der Kategorie „schlechte Pizza“ zu verbuchen. So gibt es die Unsitte, statt reiner Tomate (als passata oder polpa) ein gewürztes Tomatensugo auf die Pizza zu geben. Nicht gut, denn dann schmeckt die Pizza nicht nach Tomate sondern nach Tomatensauce. In einer solchen Tomatensauce wird dann womöglich auch noch das einzige Basilikum untergebracht. Auch schlecht, denn dies sollte allenfalls in der Tomatenflüssigkeit kalt etwas ziehen und ansonsten in Form zerrupfter Blätter schmeckbar sein.

 

Pizza Margherita cornicione

 

gemuesefahne_55Eine gute, akzeptable Variante der Pizza Margherita ist hingegen die Pizza Margherita con il cornicione ripieno. Dabei handelt es sich um eine Pizza (es muss natürlich nicht undedingt eine Margherita sein), bei der der Rand (it. cornicione) gefüllt wird mit Ricotta, manchmal auch mit Mozzarella. Diese wird am äußersten Rand des Teigfladens platziert und der Teigrand dann nach innen eingeschlagen bzw. eingerollt. Auf die dadurch verringerte Fläche werden dann wie gewohnt die weiteren Zutaten gegeben. Eine ganz leckere Variation, finde ich, die man tatsächlich auch in Neapel zu essen bekommt.

 

Hier findest du mehr Rezepte aus Kampanien
und hier unseren Haupt-Artikel zur „Pizza“.

 

 

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. Pietro Scanzano: Wundervolles Neapel (Manuskript für Deutschlandradio Kultur 2005), S. 6; zit. n. https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=21&ved=0ahUKEwjKkvyxq5PPAhWFQBoKHTIUAZs4ChAWCEYwCg&url=http%3A%2F%2Fwww.deutschlandradiokultur.de%2Fmanuskript-wundervolles-neapel.media.b0ebd873b2243eee7bc03e971168be31.rtf&usg=AFQjCNHWAdffEtfVRWWBLySg1NsHj9TDCg&sig2=ZVB5GWLtJGA0sVfeEPfYHA&bvm=bv.133053837,d.d2s&cad=rjt (Letzter Zugriff: 05.09.16)
  2. Vgl. Nikko Amandonico: La Pizza. Ein Blick in die Seele von Neapel. München (Heyne) 2001, S. 68
  3. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Pizza#18._Jahrhundert (Letzter Zugriff: 05.09.16)
  4. Vgl. http://www.bbc.co.uk/food/0/20515123 (Letzter Zugriff: 05.09.16, z.Z. wohl nicht online)

Ein Gedanke zu “Pizza Margherita

  • 8. Januar 2017 um 13:08
    Permalink

    Hallo, ich bin Italienerin und backe oft Pizza. Den Teig mache ich anders, wenn jemand mal probieren will 🙂
    300 g Weizenmehl (405 / 00)
    plus Mehl zum Ausrollen; vgl. Lebensmittelinfo-Seite Weizenmehl
    0,5/ 0,10 g Bierhefe (frisch)
    Wasser lauwarm 0,20 lt
    Milch 0,20lt
    Olivenöl 1 Löffel
    Zucker (einen halben Teelöffel)
    Salz
    Hefe in ein Schälchen zerbröseln und mit 2 EL lauwarmem Wasser auflösen, Zucker dazugeben.
    Mehl und Salz in eine Schüssel geben, in der Mitte des Mehls eine Mulde formen und Hefe Wasser und Milch hineingießen.
    Kneten , Olivenöl dazugeben und zu einem Teig verarbeiten, der so trocken ist, dass er gerade nicht mehr klebt. Eventuell noch Mehl dazugeben
    Die Teigkugel in der Schüssel mit einem Handtuch bedecken, ein Schnitt mit dem Messer zeichnen und ca 1 Stunde gehen lassen.
    Teig in drei Kugeln teilen und am besten mit den Händen dünn auf Backpapier auf Backbleche ausrollen (wie es im Rezept beschrieben ist geht es natürlich auch)
    Wichtig: noch 10/15 Minuten gehen lassen.
    Dann weiter wie es im Rezept beschrieben wird
    Guten Appetit.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Rezept-Bewertung