Fettuccine alla papalina

Den Spaghetti alla carbonara ähnlich, doch von den Zutaten her etwas "vornehmer" sind die Bandnudeln auf päpstliche Art, die für Papst Pius XII (Eugenio Pacelli) entstanden.
Fettuccine alla papalina
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Bandnudeln auf päpstliche Art
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 15 Minuten
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Bandnudeln auf päpstliche Art
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 15 Minuten
Zutaten
Portionen / Menge: Portionen
Arbeitsschritte
  1. Den Schinken in Stifte oder Würfel schneiden und Zwiebel hacken.
  2. Parmesan reiben.
  3. Fettuccine in Salzwasser aufsetzen.
  4. Butter in einer großen Pfanne, die auch die Fettuccine aufnehmen kann, erhitzen.
  5. Den Schinken zusammen mit der Zwiebel in die Pfanne geben und anschwitzen, bis die Zwiebel glasig wird, dann vom Herd nehmen.
  6. Zwischenzeitlich Ei, Eigelb und Sahne verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Die al dente gekochten Fettuccine abgießen und in die Pfanne geben.
  8. Eier und die Hälfte des Parmesans über die Fettuccine geben und diese darin wenden.
  9. Ist der Schinken mittlerweile schon zu kalt, kann man die Pfanne noch kurz auf die heiße Herdplatte stellen, doch sie darf keinesfalls so heiß werden, dass das Ei anfängt zu stocken.
  10. Auf vorgewärmte Teller verteilen.
  11. Mit dem restlichen Parmesan servieren.
Rezept-Hinweise

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Wein-Empfehlung:
Colle del Ticchio (Corte dei Papi)
Dieser Wein kommt aus der Nähe des Vatikan und passt auch sehr gut zu diesem Gericht. Zumal das Weingut auch noch Hof der Päpste heißt.
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Fettuccine alla papalina

 

gemuesefahne_55Der Name des Gerichts ist eindeutig: Es handelt sich um päpstliche Fettuccine. Doch der Ursprung des Gerichts ist – wie so oft – etwas nebulös. Klar ist, dass Eugenio Pacelli, der 1939 Papst Pius XII. wurde, etwas damit zu tun hat. Die verbreitetste Ansicht ist die, dass der Papst seinen Koch um ein Gericht bat, das einerseits der römischen Tradition folgen sollte, andererseits aber sollte es auch etwas vornehm sein. Der findige Koch schuf dann eine überarbeitete, „aristokratischere“ Version der Spaghetti alla carbonara (die in den 50er Jahren sehr populär waren) und ersetzte einige Zutaten: Statt der eilosen Spaghetti eihaltige Fettuccine, statt des guanciale rohen Schinken, statt Pecorino den lieblicheren Parmesan, statt Knoblauch lieber ein wenig Zwiebel und schließlich Butter statt Öl. Und er fügte noch ein wenig Schlagsahne hinzu, um die Sauce cremiger zu machen. Fraglich ist nun, ob die Erfindung der Tagliatelle alla papalina tatsächlich dem Koch des Vatikans zugeschrieben werden kann und sich dies alles in den 40er oder Anfang der 50er Jahre ereignete – oder (wie eine gegenläufige Theorie behauptet) sich das Ganze schon vor 1939 zugetragen hat, als Eugenio Pacelli, damals noch Staatssekretär im Vatikan, bei der Vorbereitung eines Essens für ausländische Besucher den Koch des in der Nähe des Vatikans gelegen Restaurants del Colonnato (in anderen Berichten ist vom Restaurant La cisterna die Rede) um ein neues Gericht gebeten hatte.[1] Der logische Bruch dieser Theorie besteht jedoch darin, dass vor dem Ende der Kriegshandlungen in Rom (1943) das Gericht Spaghetti alla Carbonara noch gar nicht bekannt war, wie wir im Rahmen dieses Rezepts bereits dargelegt haben. Insofern könnten zu diesem frühen Zeitpunkt die Fettuccine alla papalina zwar erfunden worden sein, doch es könnte keine überarbeitete Version der Spaghetti alla Carbonara sein, und die Parallelen zu diesen sind wirklich ziemlich eindeutig. Wie dem auch sei – Fettuccine alla papalina sind faktisch eine Carbonara-Variante, und eine ziemlich leckere zudem.

 

gemuesefahne_55Was die Zutaten anbelangt, so gibt es drei nennenswerte weitere Varianten. Neben der unsrigen (mit Sahne) gibt es auch eine, die auf Sahne verzichtet, die auch ziemlich authentisch zu sein scheint. Spätere Versuche der Vervollkommnung, die sich teilweise durchsetzen konnten, sind die Zugabe von Pilzen und/oder Erbsen. Auch in diesen Varianten findet man Fettuccine alla papalina auf den Speisekarten in Rom.

 

gemuesefahne_55Fettuccine nennt man im Latium eihaltige Bandnudeln, die weiter nördlich Tagliatelle genannt werden. Letztere sind ein wenig breiter als Fettuccine, können aber gut als Ersatz benutzt werden. Und Fettuccine kann man auch leicht selbst herstellen: Geeignet ist Teig 6 (oder auch Teig 2) unserer Nudel-Rezepte.

 

Lazio Nudelgerichte

Hier findest du mehr Rezepte aus dem Latium.

 

 

Fettuccine alla papalina
Bandnudeln auf päpstliche Art
Nährwertangaben
Fettuccine alla papalina
Menge pro Portion
Gesamt-Kalorien kcal 465 Kalorien aus Fett kcal 261
% des Tagesbedarfs*
Fett gesamt 29g 45%
Gesättigte Fettsäuren 15g 75%
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 2g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 10g
Cholesterin 79mg 26%
Natrium 804mg 34%
Kalium 279mg 8%
Kohlehydrate gesamt 30g 10%
Ballaststoffe 3g 12%
Zucker 1g
Protein 20g 40%
Vitamin A 33%
Vitamin C 3%
Kalzium 22%
Eisen 7%
* Prozentualer Tagesbedarfsanteil bei einer 2000-Kalorien-Diät

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. z.B. https://www.lacucinaitaliana.it/news/in-primo-piano/fettuccine-alla-papalina-ricetta-originale/ und https://www.cibo360.it/cucina/mondo/fettuccine_papalina.htm (Letzter Zugriff: 13.01.20)

4 Gedanken zu “Fettuccine alla papalina

  • 13. Januar 2020 um 21:21
    Permalink

    Hallo, Matta,

    Rezepte von italienischen Gerichten findet man im Internet wie Sand am Meer, auch gedruckte Kochbücher über die italienische Küche gibt es zuhauf. Was Ihre Seite so interessant für mich macht, sind die reichhaltigen Hintergrundinformation, die Sie jedem Rezept beifügen.
    Vielen herzlichen Dank dafür und weiterhin viel Erfolg!

    Christa

    Antworten
    • 14. Januar 2020 um 14:25
      Permalink

      Hallo Christa,
      vielen, vielen Dank für das Lob! Ich werde mich bemühen, den Kurs zu halten 😉
      HG Matta

      Antworten
  • 3. September 2020 um 14:20
    Permalink

    Vielen Dank für dieses Rezept und ein ganz großes Lob an dich für diesen großartigen Blog!

    Antworten

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