Insalata caprese

Ein weiterer Klassiker der italienischen Küche ist der Tomaten-Mozzarella-Salat. Das Gericht ist weltbekannt, dabei existiert es in seiner heutigen Form noch gar nicht so lang.
Insalata caprese
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Tomaten-Mozzarella-Salat
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 5 Minuten
Kochzeit 5 Minuten
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Tomaten-Mozzarella-Salat
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 5 Minuten
Kochzeit 5 Minuten
Zutaten
Portionen / Menge: Portionen
Anleitungen
  1. Tomaten quer in Scheiben schneiden und die Scheiben auf einem Brettchen auslegen; Endstücke nicht verwenden.
  2. Tomaten leicht salzen und auf Wunsch pfeffern.
  3. Mozzarella ebenfalls in Scheiben schneiden. Die Anzahl der Mozzarellascheiben sollte gleich der Anzahl der Tomatenscheiben sein.
  4. Je nach Geschmack die Tomaten- und Mozzarellascheiben abwechseln schichten. Beliebt sind dachziegelarige Anhäufungen, doch da Büffel-Mozzarella oft relativ viel Flüssigkeit absondert, ziehe ich einzelne Türmchen vor, wobei zuunterst eine Mozzarellascheibe und darauf eine Tomatenscheibe kommt.
  5. Schließlich mit Basilikumblättern bestreuen. Sind die Blätter relativ groß, diese mit der Hand etwas zerreißen (nicht schneiden!).
  6. Auf Wunsch mit etwas gutem Olivenöl beträufeln.
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Tomaten-Mozzarella-Salat

 

gemuesefahne_55Tomaten-Mozzarella-Salat haben wir bestimmt alle schon einmal gekocht. Eigentlich nicht gekocht, eher „geschnitten“, denn gekocht wird bei diesem klassischen Antipasto ja nichts. Und das damit verbundene Entfallen von langen Garzeiten ist auch ein wesentliches Plus des Gerichts. Es ist schnell auf dem Tisch. Und es schmeckt natürlich köstlich! Das liegt daran, dass die leichte Säure der reifen (und damit zugleich leicht süßen) Tomaten wunderbar mit dem Fett des Mozzarellas harmoniert und zusätzlich noch der Duft des Basilikums die Nase betört. Die Caprese, wie der Salat in Italien kurz und bündig genannt wird, ist wahrscheinlich der leckerste frische Salat, den man im Sommer bekommen kann, und er befriedigt zugleich auch die Augen, da er gar hübsch anzusehen ist (weshalb wir auch eine Caprese-Abbildung in die Slider-Galerie unserer Startseite aufgenommen haben).

 

gemuesefahne_55Caprese verweist auf die vermeintliche Herkunft des Salats, nämlich auf die im Golf von Neapel liegende Insel Capri. Diese jedenfalls reklamiert für sich die „Erfindung“ der Insalata caprese. Diese trat von Capri aus ihren Siegeszug über – man kann schon sagen: die ganze Welt an. Jedenfalls ist der Tomaten-Mozzarella-Salat in vielen Winkeln der Welt bekannt und geschätzt. Erleichtert hat diese Verbreitung wahrscheinlich der Herkunftsort, denn Capri ist schon lange der Treffpunkt der Reichen und Schönen der Welt, aber auch der Intellektuellen, Künstler und Schriftsteller.

 

faraglioni
Wahrzeichen Capris: Die Faraglioni genannten Felsen im Meer

 

gemuesefahne_55

Marinetti
Marinetti

Bildinfo

Page URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marinetti5.jpg
File URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/Marinetti5.jpg
Attribution: von Unbekannt (Sicilia Viaggi.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

Der Caprese Lob gezollt haben viele, doch besonders bemerkenswert ist die Wertschätzung durch Filippo Tommaso Marinetti. Dieser hatte 1909 das Gründungsmanifest der Künstlergruppe der Futuristen[1] verfasst, die u.a. einen völligen Bruch mit der althergebrachten Kultur forderten. Bezog sich dies zunächst auf die klassischen bildenden Künste, die Musik, die Architektur, die Stadtplanung usw., verfasste Marinetti 1930 eigens ein Manifest der futuristischen Küche, in dem die bis dato in Italien heilige Pasta asciutta verdammt wurde. Diese fördere nur „Schlappheit, Pessimismus, nostalgische Untätigkeit und Neutralismus“ und solle ersetzt werden durch Gerichte wie Kolonialfisch mit Trommelwirbel.[2] Trotz dieser etwas obskuren Ideen förderte Marinetti den Bekanntheitsgrad des Gerichts: 1922 hielt Marinetti sich auf Capri auf und organisierte in einem Luxushotel, dem Grand Hotel Quisisana, ein futuristisches Abendessen und dabei tauchte die Insalata caprese erstmals auf der Speisekarte des Hotels auf.

 

gemuesefahne_55Obwohl die Anzahl der Zutaten recht überschaubar ist, hat der Tomaten-Mozzarella-Salat doch durchaus verschiedene Entwicklungsstadien durchlebt. Beispielsweise würzte man früher mit Oregano statt mit dem heute nicht wegzudenkenden Basilikum. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts aß man den Salat auch nicht wie heute mit Büffelmozzarella (mozzarella di bufala), sondern mit einfachem Mozzarella aus Kuhmilch (mozzarella fior di latte). Erst in den 80er Jahren vollzog sich der Wechsel zum Büffelmozzarella, der im Geschmack intensiver ist.

 

gemuesefahne_55Und damit sind wir bei den Zutaten. Büffelmozzarella ist also gesetzt. Bzgl. der Größe der Stücke sollte man darauf achten, möglichst einen großen Mozzarella zu kaufen und diesen dann zu zerkleinern, statt bereits kleine Mozzarella-Kugeln zu erstehen, denn diese sind weniger intensiv im Geschmack. Hinsichtlich der Tomaten werden oft große Cuore di Bue (dt.: Ochsenherzen) benutzt, aber auch Kirschtomaten sind beliebt. In jedem Fall sollten sie vollreif sein, doch nicht überreif, denn dann sind die Tomaten nicht mehr fest. Eine Prise Salz gehört dazu, und beim Pfeffer sind wir schon bei den fakultativen Zutaten – kann man, muss man aber nicht. Gleiches gilt für einen Faden Olivenöl, der für meinen Geschmack dazu gehört, doch nicht alle sehen das so.

 

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Insalata caprese
Tomaten-Mozzarella-Salat
Nährwertangaben
Insalata caprese
Menge pro Portion
Gesamt-Kalorien kcal 344 Kalorien aus Fett kcal 279
% des Tagesbedarfs*
Fett gesamt 31g 48%
Gesättigte Fettsäuren 10g 50%
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 2g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 13g
Cholesterin 41mg 14%
Natrium 307mg 13%
Kalium 264mg 8%
Kohlehydrate gesamt 6g 2%
Ballaststoffe 1g 4%
Zucker 3g
Protein 14g 28%
Vitamin A 50%
Vitamin C 2%
Kalzium 19%
Eisen 4%
* Prozentualer Tagesbedarfsanteil bei einer 2000-Kalorien-Diät

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. Stichwort Futurismus in Wikipedia (Letzter Zugriff: 11.07.18)
  2. Vgl. Maren Preiss: Manifest der futuristischen Küche – Ein Suppenhuhn ist schöner als die Nike von Samothrake, in: SZ v. 17.05.2010 (online; letzter Zugriff: 11.07.18)

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