Ndunderi al limone

Die an der Amalfi-Küste populären Zitronen-Gnocchi basieren auf einem Rezept aus der Antike und werden heute mit Ricotta und Mehl fabriziert. Sie werden besonders an Festtagen gegessen.
'Ndunderi al limone
Stimmen: 3
Bewertung: 4.33
Sie:
Bewerte das Rezept
Rezept drucken
Zur Einkaufsliste hinzufügen
Dieses Rezept ist in deiner Reszeptesammlung/Einkaufsliste gespeichert.
Zitronen-Gnocchi
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
'Ndunderi al limone
Stimmen: 3
Bewertung: 4.33
Sie:
Bewerte das Rezept
Rezept drucken
Zur Einkaufsliste hinzufügen
Dieses Rezept ist in deiner Reszeptesammlung/Einkaufsliste gespeichert.
Zitronen-Gnocchi
Menge 2 Portionen
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Zutaten
Portionen / Menge: Portionen
Anleitungen
  1. Von der gewaschenen Zitrone die eine Hälfte abreiben, die andere Hälfte mit einem Zestenreißer abreißen. Dann die Zitrone auspressen.
  2. Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Vertiefung herstellen.
  3. Dort den Ricotta, die abgeriebene Zitronenschale und das Ei sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss hineingeben und mit einer Gabel oder dem Mixer gut vermengen.
  4. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig in mehrere Würste mit ca. 1,5 cm Durchmesser rollen und dann in Stücke zu 2 cm Länge abschneiden.
  5. Die einzelnen 'Ndunderi über die Zacken einer Gabel rollen, so dass ein geriffeltes Profil auf der Oberfläche entsteht.
  6. Die 'Ndunderi in kochendes, leicht gesalzenes Wasser geben und ziehen lassen, bis sie an die Wasseroberfläche auftauchen (was gut 5 Minuten dauert).
  7. Zwischenzeitlich in einer größeren Pfanne, die auch die 'Ndunderi aufnehmen kann, die Butter schmelzen und den Zitronensaft hineingeben. Aufpassen, dass die Butter nicht zu heiß wird.
  8. Die abgegossenen 'Ndunderi in die Pfanne geben und gut schwenken.
  9. Die 'Ndunderi auf Teller geben, mit den Zitronenzesten bestreuen und mit geriebenem Parmesan servieren.
Rezept Hinweise

Das hier benutzte Verhältnis von 1 Teil Ricotta zu 1 Teil Mehl ist im Vergleich zu vielen anderen Rezepten etwas mehllastig. Bei meinen Recherchen habe ich Relationen bis zu 1,6 (Ricotta) zu 1 (Mehl) gefunden. Doch schon beim Verhältnis 1:1 klebt der Teig ziemlich ...

Dieses Rezept teilen

 

'ndunderi

 

gemuesefahne_55Die heutigen 'Ndunderi gehen wohl auf eines antikes Rezept zurück, was man Römische Kugeln (palline latine) nennt. In der Antike produzierte man sie mit geronnener Milch und Emmer (it.: farro) – heute nimmt man Ricotta (Kuh) und (je nach Rezept) Weichweizenmehl (Typ 0) oder HartweizenmehlVgl. ausführliche, bebilderte Lebenmittelinfo-Seite Weizenmehl.

 

gemuesefahne_55Als begleitendes Sugo gibt es hauptsächlich drei Alternativen: Man nimmt heutzutage entweder eine klassische Tomatensauce, ein Ragù (also eine fleischhaltige Sauce) oder eine Zitronensauce. Wir haben uns für letztgenannte Variante entschieden, denn die 'Ndunderi enthalten ohnehin schon Zitrone und zudem ist die Amalfiküste berühmt für ihre Zitronen (s.u.). Wer es gern authentischer mag, der versucht eine Sauce herzustellen, wie sie wohl in der Antike mit einer Art Frischkäse namens Moretum benutzt wurde. Moretum machte man aus frischem und gereiftem Ziegenkäse, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Thymian, Dill und Weißweinessig, wobei alle Zutaten im Mörser zerkleinert wurden.[1]

 

gemuesefahne_55Richtig authentisch wird das Gericht natürlich, wenn man statt beliebiger Supermarkts-Zitronen solche von der Amalfi-Küste benutzt. Dort werden verschiedene Sorten angebaut, u.z. oft auf Terrassen an den Bergen. Die herausragendste Sorte und einzige, die das IGP-Prädikat trägt, ist die Sfusato Amalfitano (auch: Limone Costa d’Amalfi bzw. lat.: Limon amalphitanus). Die Zitronen sind deutlich größer als die hier verkauften normalen Zitronen, v.a. aber intensiver in Duft und Geschmack.[2]

 

gemuesefahne_55Das Gericht ist an der ganzen Amalfi-Küste verbreitet, doch besonders wird es gern in Minori gegessen, und zwar im Rahmen von Festlichkeiten wie dem Fest der Ortspatronin Santa Trofimena, und da diese dreimal im Jahr besonders verehrt wird (am 13.07., 05.11. u. 27.11.), haben die Minoresi schon mindestens dreimal im Jahr Gelegenheit, 'Ndunderi zu essen.

 

gemuesefahne_55Nicht nur diese Ricotta-basierten Gnocchi sind der Stolz von Minori. Neben den 'Ndunderi ist man besonders stolz darauf, dass Pastahersteller aus Minori im 18. Jahrhundert durch Migration (und den damit verbundenen Braindrain) nach dem ca. 30 km entfernten Gragnano einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der dortigen vorindustriellen Pasta-Herstellung geleistet haben.

 

gemuesefahne_55Der ziemlich ungewöhnliche Name 'Ndunderi leitet sich – weshalb auch immer – von der dialektalen Bezeichnung für Knurren, Brummen ab.[3] Andererseits bezeichnet der Begriff ndundero im Neapolitanischen etwas Massiges, Sperriges, das Bewegungungen in engen Räumen verhindert … [4] (Dank an Cinzia G. 🙂 )

 

gemuesefahne_55'Ndunderi kann man wie alle Gnocchi gut auf Vorrat produzieren. Die Gnocchi sollten einzeln liegend, ohne sich zu berühren auf einer Platte eingefroren werden und dann zusammen in einer speziellen Folie portionsweise unter Vakuum tiefgekühlt gelagert werden. Auftauen sollten sie dann am besten an der Luft ohne Hilfsmittel wie Mikrowelle o.ä..

 

Hier findest du mehr Rezepte aus Kampanien.

 

 

'Ndunderi
Zitronen-Gnocchi
Nährwertangaben
'Ndunderi al limone
Menge pro Portion
Gesamt-Kalorien kcal 722 Kalorien aus Fett kcal 315
% des Tagesbedarfs*
Fett gesamt 35g 54%
Gesättigte Fettsäuren 20g 100%
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 2g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 11g
Cholesterin 36mg 12%
Natrium 549mg 23%
Kalium 574mg 16%
Kohlehydrate gesamt 70g 23%
Ballaststoffe 7g 28%
Zucker 4g
Protein 29g 58%
Vitamin A 47%
Vitamin C 23%
Kalzium 42%
Eisen 15%
* Prozentualer Tagesbedarfsanteil bei einer 2000-Kalorien-Diät

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. https://salerno.occhionotizie.it/gusta-minori-la-ricetta-degli-ndunderi/ (Letzter Zugriff: 08.11.19)
  2. Vgl. https://it.wikipedia.org/wiki/Limone_Costa_d%27Amalfi (Letzter Zugriff: 08.11.19)
  3. Vgl. Vocabolario del dialetto die Casale di Carinola, S. 38 (Letzter Zugriff: 08.11.19)
  4. Vgl. Etimologia delle parole napoletane (Letzter Zugriff: 08.11.19)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.