Salame di cioccolato

Salame di cioccolato ist keine echte Salami, sondern ein der Kalten Hundeschnauze ähnliches Dolce, das nur das Aussehen einer Salami imitiert. Die Salame di cioccolato wird in vielen Regionen gern - vor allem von Kindern - gegessen.

Salame di cioccolato

Kalte Hundeschnauze
salame di cioccolato
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Menge (anpassbar) 8 Portionen
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Arbeitszeit gesamt 30 Minuten
Kalorien 294 kcal

Zutaten

  • 125 g Butter Zimmertemperatur
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei frisch
  • 60 g Kakao (bitter)
  • 125 g Kekse einfache Kekse wie Bahlsen-Kekse
  • 4 EL Rum alternativ Marsala

Anleitung

  • Die Kekse in einen Gefrierbeutel füllen und mit einem Nudelholz darüber rollend etwas zerkleinern. Allerdings nicht zu fein mahlen, sondern es sollen noch Stücke vorhanden sein.
  • Die weiche Butter zusammen mit dem Ei mit einem elektischen Rührgerät in einer Schüssel schlagen, dann den gesiebten Kakao und den Rum hinzufügen und vermengen, schließlich die Keksstückchen einarbeiten.
  • Wer mag, kann noch (ca. 75 g) Pistazien, Haselnüsse oder geröstete Mandeln (etwas zerkleinert) hinzufügen (dann 1 zusätzliches Eigelb benutzen). Das verleiht der Salame zwar einen zusätzlichen Geschmacksreiz, lässt sie aber auch etwas weniger wie eine tatsächliche Salami aussehen.
  • Die entstandene Masse darf nicht zu flüssig sein und wird nun mit Hilfe eines Backpapiers zu einer salamiartigen Wurst gerollt. An den Enden zu Wurstzipfeln formen.
  • Die Salame zum Erhärten in Backpapier gerollt für mindestens 5 (ganz sicher: 12) Stunden in den Kühlschrank legen.
  • Wer es ganz naturalistisch mag (und weniger kalorienbewusst ist), kann vor dem Aufschneiden und Servieren die Salame noch allseitig mit zusätzlichem Puderzucker weißen und mit einem Bindfaden wurstmäßig verschnüren.

Nährwerte

Kalorien: 294 kcal | Kohlenhydrate: 25 g | Protein: 3 g | Fett (gesamt): 17 g | ges. Fettsäuren: 9 g | mehrfach unges. Fettsäuren: 1 g | einfach unges. Fettsäuren: 5 g | Natrium: 13 mg | Kalium: 314 mg | Ballaststoffe: 4 g | Zucker: 13 g | Vitamin A: 763 IU | Vitamin C: 0.04 mg | Kalzium: 15 mg | Eisen: 1 mg

Meine Notizen

 

salame di cioccolato
Leider lässt sich die Salame di cioccolato nicht so fein aufschneiden wie “richtige” Salami …

 

gemuesefahne_55Es gibt nicht nur Fake-News, sondern auch Fake-Food, und die Salame di cioccolato ist ein gutes Beispiel: Sie gibt durch ihr Aussehen vor, eine Salami zu sein, doch tatsächlich handelt es sich um ein Dolce auf der Basis von Kakao oder Schokolade. Insofern ähnelt sie der deutschen Kalten Hundeschnauze, die allerdings keine solche sein will, sondern deren Namen nur darauf verweist, “dass die Oberfläche an die feuchte Schnauze eines Hundes erinnert”.[1] Da die Salame di cioccolato imitieren will, wird sie natürlich auch in runder, salami-typischer Form hergestellt, im Gegensatz zur kastenförmigen Hundeschnauze.

 

gemuesefahne_55Gemeinsam ist beiden Dolci jedoch, dass sie primär von Kindern geschätzt werden und (zumindest in der Zeit des Wirtschaftswunders) bei keinem Kindergeburtstag fehlen durften. Anders als in Deutschland dürfen Kinder in Italien auch in Maßen etwas Alkohol genießen, denn die Rezepte sehen kleine Mengen Rum oder Marsala vor. Vielleicht deshalb essen mitunter auch Erwachsene leidenschaftlich gern die Salame di cioccolato: In der Emilia ist das Dolce der klassische Nachtisch des Ostermenüs.

 

gemuesefahne_55Salame di cioccolato ist in vielen Regionen Italiens bekannt. Die Emilia wurde schon genannt, und die bekanntesten Rezepte stammen vielleicht aus Sizilien und aus dem Piemont. Auffällig ist, dass die entsprechenden Rezepte allerdings nicht Salame di cioccolato heißen, sondern Salame del turco in Sizilien und Salame del papa im Piemont. Mit der sizilianischen Bezeichnung ist allerdings nicht die Annahme verbunden, das Gericht stamme aus der Türkei, sondern der Name verweist “auf die dunkle Haut der Moren”.[2] Das Adjektiv turco wird in Sizilien für viele Dinge benutzt, die dunkel sind. Beispielsweise werden die schwarz-violetten Auberginen turche genannt. Unter dem Namen Salame del turco ist das Dolce in Sizilien als PAT-Produkt registriert. Lokalkolorit ist auch im Rezept selbst zu finden, das mitunter durch heimische Mandeln (aus Avola) oder Pistazien (aus Bronte) veredelt wird. Im Piemont hingegen greift man gern zu heimischen Nüssen, manchmal auch zu Gianduia. Dort heißt die Salame – wie gesagt – Salame del papa (dt.: des Papstes), wobei es unterschiedliche Theorien für diese Benennung gibt. Eine erklärt dies mit dem papstwürdigen Charakter der Salame (es gibt auch Gegenden, in denen sie Salame del re (dt.: des Königs) genannt wird), eine andere Theorie geht davon aus, dass sie so benannt wurde, um das Fleischverbot während der Fastenperiode zu umgehen, denn so konnte man guten Gewissens auch in dieser Zeit Salami essen.[3]

 

gemuesefahne_55Statt Kakaopulver kann man auch Zartbitterschokolade benutzen, die dann im Simmertopf zu schmelzen ist.

 

gemuesefahne_55Die mit Salami gegebene Verbindung von Schwein und Schokolade erinnert an Gerichte, bei denen Schweineblut mit Schokolade (und anderen Zutaten wie Vincotto und Nüssen) kombiniert wird, wie etwa beim Sanguinaccio, einem Dolce, das in vielen Regionen Italiens in der Karnevalszeit beliebt ist. Eines der ersten Rezepte, die diesbezüglich dokumentiert sind, findet sich in Artusis Scienza von 1891 unter dem Titel Migliaccio di Romagna.[4] Bei der Salame di cioccolato erinnert jedoch nur noch der Name an das Schwein – das Schweineblut ist vollständig durch Kakao bzw. Schokolade ersetzt.

 

Hier findest du mehr Rezepte aus Sizilien, dem Piemont und der Emilia.

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Kalter_Hund (Letzter Zugriff: 26.07.23)
  2. https://www.aifb.it/cultura-enogastronomica-italiana/piatti-tradizione-italiana/giornata-nazionale-del-salame-cioccolato/ (Letzter Zugriff: 26.07.23)
  3. Vgl. https://blog.giallozafferano.it/follettopanettiere/salame-del-papa-salame-di-cioccolata/(Letzter Zugriff: 26.07.23)
  4. Pellegrino Artusi: La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene, Neapel (Eigenverlag) 1891, S. 321, Rezept-Nr. 432

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 5. Januar 2024
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