Streetfood

Streetfood werden Speisen genannt, die auf der Straße (oder unter einfachen Bedingungen) hergestellt und/oder dort (d.h. in der Öffentlichkeit) konsumiert werden. Hinsichtlich der Herstellung können die Gerichte vorgefertigt oder vorgekocht sein, so dass nur noch die Fertigstellung kurz vor dem Verzehr erfolgt. Auch der Ort der Herstellung muss nicht zwingend die Straße selbst sein, denn auch kleine Geschäfte, in denen nur produziert und verkauft, nicht aber gegessen wird, stellen Streetfood her. Das typischste und erfolgreichste Streetfood-Essen Italiens stammt aus dem 18. Jahrhundert: Die PizzaVgl. ausführliche, bebilderte Info-Seite zur Pizza wurde nämlich lange, bevor man sie in Pizzerien herstellte und dort auch aß, auf Neapels Straßen von fliegenden Händlern angeboten und dort auch gleich vom Käufer verspeist. Auch viele für Süditalien typische Frittier-Gerichte, wie z.B. Supplì alla romana (Latium), Pettole, Panzerotti (beide Apulien) oder Arancini di riso (Sizilien), entstammen ursprünglich (mobilen) Frittierküchen (it: friggitorie), die auch oft frittierten Fisch oder Gemüse (z.B. Carciofi fritti in pastella) verkaufen. Ein Beispiel aus dem Bereich des fleischbasierten Streetfoods wäre Porchetta, im Ganzen auf dem Spieß gegartes Spanferkel, das auch heute noch oft portionsweise von mobilen Händlern auf Märkten, an Ausflugszielen oder vor Sehenswürdigkeiten angeboten wird.

Oftmals wird Streetfood als Spuntino verzehrt, d.h. als kleine Zwischenmahlzeit zwischen den Hauptmahlzeiten, die hierdurch aber auch ersetzt werden können. Und Streetfood ist meist auch zugleich Fingerfood, damit es ohne Besteck und Teller einfach in der Öffentlichkeit gegessen werden kann.

Das Verhältnis zwischen italienischem Streetfood (oder cibo di strada, wie man es auf Italienisch nennen würde) und dem, was wir in Nordeuropa und Amerika mit Fastfood bezeichnen, ist hingegen komplizierter. Italienisches Streetfood unterscheidet sich von Fastfood eigentlich durch drei Merkmale: Erstens werden die Speisen italienischen Streetfoods oft nicht industriell gefertigt, sondern meist durch kleine, spezialisierte Handwerksbetriebe, oftmals sogar Familien, hergestellt, womit unschöne Begleiterscheinungen der industriellen Produktion wie haufenweise Emulgatoren, Konservierungsstoffe und andere chemische Zaubermittel weitgehend entfallen. Zweitens haben italienische Streetfood-Erzeugnisse (sieht man mal von der weltweit verkauften Pizza ab) oft nicht nur einen historischen und lokalen Ursprung, sondern werden auch nur regional in einem begrenzten Bereich hergestellt und nachgefragt, wie oben am Beispiel des frittierten Streetfoods Süditaliens schon angedeutet wurde. Schließlich drittens der Aspekt der Zeitdauer des Konsums: Während Fastfood oft nur eine zeitlich schnelle Möglichkeit ist, aufkommenden Hunger zeitökonomisch zu überwinden, ist italienisches Streetfood nicht so eng mit dem Zeitfaktor verbunden. Natürlich kann man auch dieses schnell konsumieren, doch klimatische und meteorologische Unterschiede haben auch eine andere Esskultur zur Folge: Wer unter dem (regen-)tropfenden Vordach einer Pommesbude sein schnelles Mittagsmahl verspeist, wird zwangsläufig schneller essen als jemand, der bei lauen Temperaturen und blauem Himmel einen Panzerotto genießt…

nudeln richtig kochen
Anleitung: Nudeln richtig kochen
Wir wissen nicht, wie die Maccheroni-Straßenköche in Neapel um 1890 ihre Maccheroni gekocht haben (gegessen wurden sie jedenfalls auf der Straße mit den Händen). Vermutlich lieferten sie angesichts der großen und im wahren Sinne breit aufgestellten Konkurrenz hervorragende Qualität. Doch diese ist das Ergebnis langer Erfahrung. Ein wenig Erfahrung haben wir auch und wollen diese nicht für uns behalten, sondern sie mit unseren Tipps zum Nudeln richtig kochen mit euch teilen.
Reiskugeln
Arancini di riso
Diese sizilianischen Reiskugeln sind mit Ragù gefüllte, frittierte Reiskroketten, die ein Klassiker der sizilianischen Küche sind. Ihre orangenes Äußere erinnert an Orangen, daher der Name dieser beliebten Fastfood-Spezialität.
arrosticini
Arrosticini
Aus der Bergwelt der Abruzzen stammen die Lammspießchen auf abruzzesische Art. Sie sind ein traditionelles Gericht der Schafhirten. Man kann sie gut im Sommer auf dem Grill zubereiten.
calzone napoletano
Calzone napoletano
Die gefüllte Pizzatasche Calzone ist mehr als eine zusammengeklappte Pizza, denn die Zutaten weichen oft ein wenig von denen der normalen Pizze ab.
carciofi fritti in pastella
Carciofi fritti in pastella
Das Frittieren von Gemüse ist eine typisch italienische Zubereitungsweise, die wir hier mit Artischocken in frittiertem Hefteteig parktizieren. Diese werden oft auch im Straßenverkauf angeboten.
cenci
Cenci / Chiacchiere / Frappe
Cenci, Chiacchiere oder Frappe sind frittierte Karnevalsplätzchen, die einfach und schnell herzustellen sind und nicht nur zu Karneval gut schmecken.
focaccia di recco
Focaccia di Recco
Aus dem Städtchen Recco stammt die Focaccia mit Käse. Mit Crescenza-Käse gefüllt ist die Focaccia di Recco ein typisches Beispiel für ein ligurigisches Streetfood.
Frisella ai carciofi e lampascioni
Frisella ai carciofi e lampascioni
In Öl eingelegten Artischocken und Traubenhyazinthen-Zwiebeln nutzt man für den Zwieback mit Artischocken und Lampascioni.
frisella al pomodoro
Frisella al pomodoro
Der Klassiker unter den Friselle ist Zwieback mit Tomate. Das Gericht stammt aus Apulien und kann sich langer Tradition rühmen. Mit guten Zutaten schmeckt diese Frisella immer.
frisella alla burrata
Frisella alla burrata
Eine Frisella-Variante ist Zwieback mit Burrata-Käse. Der Zwieback wird mit Burrata-Käse und Tomaten belegt und kalt als Antipasto oder auch (im Sommer) gern zum Mittagessen gegessen.
Maccarùni 'o Roje 'e Garibarde
Maccarùni 'o Roje 'e Garibarde
Maccarùni 'o Roje 'e Garibarde ist ein mindestens 150 Jahre altes neapolitanisches Pastagericht, nämlich Makkaroni mit klassischem Tomatensugo, der Vorläufer unserer Spaghetti mit Tomatensauce.
maritozzi
Maritozzi
Maritozzi sind gefüllte Rosinenbrötchen auf römische Art. Sie werden mit Pinienkernen, Orangeat und geschlagener Sahne gefüllt, und man isst sie gern im Karneval oder am Valentinstag.
mozzarella in carrozza
Mozzarella in carrozza
Ein gutes Beispiel für den Hang der neapolitanischen Küche zum Frittieren sind die frittierten Mozzarellabrote, die als Mozzarella in carrozza ein Klassiker der Küche Kampaniens sind.
Olive all'ascolana - Frittierte gefüllte Oliven
Olive all'ascolana
Aus Ascoli Piceno in den Marken kommen die frittierten gefüllten Oliven. Entsteinte. große Oliven werden mit Fleisch und anderen Zutaten gefüllt und dann frittiert. Heiß, aber auch kalt genießbar.
pagnotta di santa chiara
Pagnotta di Santa Chiara
Das mit Tomaten und Anchovis gefüllte Brötchen ist eine neapolitanische Pizzetta, die früher vor allem zu Santa Chiara am 11. August zubereitet wurde.
panzerotti pugliesi
Panzerotti pugliesi
Das Besondere an frittierter Pizza auf apulische Art ist, dass der Teig nicht im Ofen gebacken, sondern frittiert wird. Die halbkreisförmigen Pizza-Taschen sind gefüllt mit Tomatensugo und Mozzarella.
pettole
Pettole
Zu verschiedenen Gedenktagen und Festen isst man in Süditalien gern frittierte Teigbällchen. Die aus Weich- und Hartweizen gemachten Bällchen werden manchmal auch gefüllt.
Pizza cilentana
Pizza cilentana
Eine regionale Pizza-Variante, die man im Cilento isst, ist die Pizza auf Art des Cilento. Sie wird mit einem Tomatensugo und Ziegenkäse gebacken und schmeckt kräftiger im Vergleich zur Pizza Margherita.
Pizza Margherita
Pizza Margherita
Eine, wenn nicht DIE klassische neapolitanische Pizza ist Pizza Margherita. Tomate, Mozzarella und Basilikum als Zutaten begründen den Weltruhm dieser königlichen Pizza.
pizza margherita con il cornicione ripieno
Pizza Margherita con il cornicione ripieno
Bei der Pizza mit gefülltem Rand, meist eine Pizza Margherita, wird der Rand mit Ricotta oder Mozzarella gefüllt.
salamelle ubriache
Salamelle ubriache
Aus Manuta in der Lombardei stammt nicht nur die Salamella mantovana, sondern auch das Gericht Würstchen in Rotwein, zu dem die Salamella verarbeitet wird.
scagliuozzoli
Scagliuozzoli
Frittierte Polenta, in Süditalien Scagliuozzi, Scagliuozzoli oder Sgagliozze gegannt, ist typisches Streetfood, das besonders in Kampanien und Apulien beliebt ist.
sfincione alla palermitana
Sfincione alla palermitana
Der Sfincione alla palermitana ist die Pizza auf palermitanische Art, die gern zum Fest der Immacolata (08.12.) gegessen wird. Sie wird u.a. mit Sardellen und ohne Mozzarella belegt.
Supplì alla romana
Supplì alla romana
Eine typisch italienische Fastfood-Variante auf Reisbasis sind die römischen Reiskroketten. Die frittierten Reiskugeln bestehen aus den Zutaten eines Ragù, gefüllt mit Mozzarella.
trippa
Trippa - Kutteln
Gerichte aus Kuh-Magen (it.: trippa) sind sicherlich nicht jedermanns Sache, doch in vielen Regionen Italiens gehören sie zu den beliebtesten traditionellen Fleischgerichten. Besonders Florenz gilt als Kuttel-Hochburg. Trippa ist aber mehr als nur Kutteln, denn bekanntlich hat die Kuh vier Mägen, und auch die anderen drei werden gerne verspeist.
uova alla monachina
Uova alla monachina
Ein gutes neapolitanisches Fingerfood, Antipasto oder Secondo sind gefüllte Eier. Dabei werden hartgekochte Eier mit einer Käse-Bechamel-Mischung gefüllt, paniert und dann frittiert.