Torta pasqualina

Die salzige Ostertorte mit Spinat und Eiern stammt aus Ligurien und wird aus einem bätterteigähnlichen Teig mit frischem Frühlingsgemüse gern zu Ostern zubereitet.

Torta pasqualina

Ostertorte mit Spinat und Eiern
torta pasqualina
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Menge (anpassbar) 12 Stück
Vorbereitungszeit 50 Minuten
Kochzeit 1 Stunde 15 Minuten
Arbeitszeit gesamt 2 Stunden 5 Minuten
Kalorien 350 kcal

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl (550 / 0) plus Mehl zum Ausrollen
  • 4 EL Olivenöl extra vergine; plus Öl zum Bestreichen
  • 600 g Spinat geputzt, aus ca. 1000 g frischen, unverlesenen Spinat
  • 500 g Ricotta (Kuh)
  • 80 g Parmesan
  • 30 g Paniermehl
  • 9 Eier
  • 2 EL Majoran unbedingt frisch
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitung

  • Mehl mit Olivenöl und einer Prise Salz unter Beifügung von lauwarmem Wasser (ca. 250 ml) zu Teig verkneten (zunächst mit dem Knetstab des Handmixers, dann mit den Händen).
  • Teig in 10 in etwa gleichgroße Stücke teilen, zu Kugeln formen und diese auf ein mit Mehl bestäubtes Tuch legen, mit einem leicht angefeuchteten Tuch abdecken und 1 Std. ruhen lassen.
  • Spinat in Salzwasser 2 Minuten aufkochen, abgießen, in Sieb gut auspressen und abkühlen lassen, dann fein hacken (wenn noch in ganzen Blättern) und mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
  • 2 Eier verquirlen und mit Spinat, Ricotta, geriebenem Parmesan und Paniermehl vermischen, mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und ein wenig Muskatnuss hinzufügen.
  • Die 6 größten Teigkugeln aussortieren und davon eine mit Nudelholz so dünn wie möglich kreisrund ausrollen.
  • Den ausgerollten Teigfladen auf den Boden einer geölten 24er Springform mittig legen, so dass die Wände der Springform möglichst bedeckt sind und die Teigränder außen noch ca. 1 cm herunterhängen. (Reicht die ausgerollte Größe hierfür nicht, die Fladen nicht ganz konzentrisch auslegen sondern etwas versetzt, so dass überall ein wenig Teig hinkommt.)
  • Leicht mit Öl einstreichen.
  • Mit weiteren 5 Teigkugeln ebenso verfahren, nur die letzte nicht mehr mit Öl einstreichen.
  • Ricotta-Spinat-Masse in die Form geben und glatt streichen.
  • Mit einem Löffelrücken in der Runde 6 und in der Mitte eine siebte Vertiefung drücken und in diese jeweils vorsichtig ein Ei gleiten lassen.
  • Die restlichen 4 Teigkugeln jeweils ausrollen, mit Öl bestreichen und als Abdeckung übereinanderschichten, wobei die Teigrändern wiederum außen ein bisschen überstehen sollten.
  • Die überlappenden Teigränder nach innen aufrollen und andrücken.
  • Teigoberfläche vorsichtig mit Öl bestreichen.
  • Noch vorsichtiger mit einem Zahnstocher o.ä. einige Löchern in die Teigoberfläche stechen, damit der Dampf entweichen kann. Dabei aber nicht in die Eigelbe stechen und diese damit zerstören!
  • Etwa 75 Minuten bei 190 ° und Umluft auf 2. Schiene von unten backen.
  • Am besten lauwarm servieren.

Rezept-Hinweise

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Nährwerte

Kalorien: 350 kcal | Kohlenhydrate: 34 g | Protein: 19 g | Fett (gesamt): 15 g | ges. Fettsäuren: 5 g | mehrfach unges. Fettsäuren: 2 g | einfach unges. Fettsäuren: 7 g | Cholesterin: 17 mg | Natrium: 261 mg | Kalium: 464 mg | Ballaststoffe: 3 g | Zucker: 1 g

Umweltverträglichkeit

 

Torta pasqualina - Ostertorte mit Spinat und Eiern

 

gemuesefahne_55Statt wie hier mit Spinat wird Torta pasqualina auch gern mit Mangold, aber auch mit Artischocken zubereitet. Im Vergleich zu Mangold ziehe ich Spinat geschmacklich vor, und Spinat gibt es auch schon gewaschen als Tiefkühlware – halb erfrorene Hände und eine Wasserrechnung, die zum Bewässern eines ganzen Schwimmbads gereicht hätte, haben mich beim Waschen von frischem Spinat ausnahmsweise zur Anhängerin von Covenience Food werden lassen. Der Sündenfall ist aber begrenzt: Den blätterteigartigen Teig für Torta pasqualia mache ich natürlich selbst, denn die Verwendung von fertigem Blätterteig, die ich in manchen Rezepten gesehen habe, führt geschmacklich und von der Konsistenz her zu weit vom Original weg.

 

Meister Franke: Auferstehung Christi (Teil des rechten inneren Flügels des Thomasaltars; um  1424; Tempera auf Eichenholz; 99 × 89 cm; Hamburg, Kunsthalle
Meister Franke: Auferstehung Christi (Teil des rechten inneren Flügels des Thomasaltars; um 1424; Tempera auf Eichenholz; 99 × 89 cm; Hamburg, Kunsthalle)

Bildinfo

Page URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3A1430_Meister_Francke_Christi_Auferstehung_anagoria.JPG
File URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/1430_Meister_Francke_Christi_Auferstehung_anagoria.JPG
Attribution: Master Francke [Public domain], via Wikimedia Commons

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

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Piero della Francesca: Pala Montefeltro (Ausschnitt); 1466/74; Öl auf Holz; Mailand, Brera
Piero della Francesca: Pala Montefeltro (Ausschnitt); 1466/74; Öl auf Holz; Mailand, Brera

Bildinfo

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Attribution: Piero della Francesca [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Authentisch-Italienisch-Kochen.de

Das Kochen von Torta pasqualina ist seit dem 16. Jahrhundert in Genua nachweisbar. Früher, als Italien noch sehr katholisch und kinderreich war und man Festtage in großer Familiengesellschaft beging, wurden für diesen Höhepunkt des Mittagsmahls zu OsternVgl. ausführliche, bebilderte Info-Seite Ostern in Italien sehr große Torten hergestellt, die im Idealfall 33 Teigschichten aufwiesen, um so auf die 33 Lebensjahre des gekreuzigten und wiederauferstandenen Christus zu verweisen. Da solche Torten aufgrund ihrer Größe nicht mehr in den heimischen Herd passten, wurden sie zum Bäcker des Stadtviertels gebracht, der sie dann in seinem großen Ofen backte. Damit dort wiederum die Torten der verschiedenen Familien unterschieden werden konnten, applizierte man oben auf die Torte aus Teig geformte Familieninitialien. Übrigens besitzen auch die Eier der Torta pasqualina eine symbolische Funktion: Da Christus am Ostermorgen aus dem Grabe schlüpfte wie ein Küken aus der Eierschale, ist das Ei ein wichtiges Auferstehungssymbol in der katholischen Bildlehre.[1]

 

gemuesefahne_55Torta pasqualina lässt sich gut einfrieren. Vakuumisieren ist nur dann sinnvoll, wenn dies regelbar ist und nicht automatisch stattfindet, denn sonst werden die Stücke zu sehr verformt. Nach dem Auftauen sollte man sie noch einmal kurz in den heißen Ofen stellen, damit der Teig außen wieder etwas kross wird.

 

Hier findest du mehr Rezepte aus Liguren.

 

 

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Zur Bedeutung des Eis in Francescas Pala Montefeltro vgl. Sebastian Bock: The “Egg” of the Pala Montefeltro by Piero della Francesca and its symbolic meaning, Freiburg i.Br./Heidelberg 2002; online unter http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/3123/1/PieroEgg.pdf (letzter Zugriff: 06.02.2015)

2 Gedanken zu “Torta pasqualina

  • 9. April 2021 um 20:51
    Permalink

    Hallo,
    ich habe die Torta pasqualina in Ermangelung von Zeit dieses Jahr nicht mit selbstgemachtem Teig zubereitet. Auch mir brachte der Versuch mit Blätterteig in einem Vorjahr nicht den gewünschten Erfolg. So habe ich es in diesem Jahr mit Filo-Teigblättern versucht, das Ergebnis war unerwartet gut. Filo-Teig gibt´s in jedem gut sortierten Supermarkt in der Kühltheke neben anderen Fertigteigen. Man muss nur darauf achten, dass die einzelnen, sehr dünnen Teigblätter, während man eines nach dem anderen verarbeitet, nicht austrocknen,denn dann brechen sie sehr leicht. Ich decke deswegen den noch zu verarbeitenden Stapel der Teigblätter mit einem feuchten Tuch ab. Jedes Teigblatt pinsele ich mit zerlassener Butter gut ein, bevor ich das nächste Teigblatt darauf lege. Den Boden der Torta bilden 7-10 Teigblätter, die auch am Rand der Spring- oder Tarteform hochgezogen werden, darauf gibt man die Gemüse-Ricotta-Mischung, in die Mulden die Eier, darüber schichtet man noch einmal 7-10 gebutterte Filoteigblätter. Teigränder und -Deckel werden miteinander verbunden, in den Teigdeckel werden einige Löcher gestochen, damit die Luft beim Backen entweichen kann.
    Der Teig wird wunderbar knusprig-blättrig. Da die Filo-Blätter sehr dünn sind, kann man die Torta durchaus aus den traditionellen, symbolhaften 33 Teigschichten aufbauen, ohne, dass sie zu teiglastig wird.

    Antworten
    • 10. April 2021 um 5:40
      Permalink

      Hallo Christa, danke für den Tipp. In der Tat: Mehr als 11 Teigfladen schaffe ich mit dem angegeben Teigmischung auch nicht – wie ligurische Hausfrauen da 33 Schichten mit produzieren, ist mir ein Rätsel. Aber vermutlich hängt das auch von der Menge bzw. Größe der Torta ab. Jedenfalls so richtig Blätterteig um klassischen Sinne ist das Ergebnis nicht. Filo-Teig (im Italienischen pasta fillo) ist da vermutlich eine gute Idee, wenngleich sich die Koordinaten damit natürlich weiter in den Orient verschieben. Werde es nächstes Jahr mal ausprobieren – nach Ostern ist schließlich vor Ostern. 😉

      Antworten

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