Tramezzini del tricolore

Die Tramezzini der Trikolore sind natürlich nicht authentisch verbürgt, doch wenn mal etwas farblich italienisch Angehauchtes auf den Tisch kommen soll, sind die Tramezzini eine gute Wahl.

Tramezzini del tricolore

Tramezzini der Trikolore
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Menüfolge Anderes, Antipasti
Menge (Standard) 2 Portionen
Menge (anpassbar) 2 Portionen
Vorbereitungszeit 14 Minuten
Kochzeit 1 minute
Arbeitszeit gesamt 15 Minuten
Kalorien 386 kcal

Zutaten

Anleitung

  • Tomaten und Salat waschen und gut abtropfen lassen.
  • Tomaten halbieren und Mozzarella in Scheiben schneiden.
  • Auf eine Tramezzini-Scheibe zunächst die Tomaten schichten.
  • Leicht salzen und mit Basilikum bestreuen.
  • Etwas Olivenöl darübergeben (am besten sprayen).
  • Mit Mozzarella belegen und dann mit Salatblättern und einer weiteren Tramezzini-Scheibe abdecken.

Nährwerte

Kalorien: 386 kcal | Kohlenhydrate: 27 g | Protein: 17 g | Fett (gesamt): 24 g | ges. Fettsäuren: 9 g | mehrfach unges. Fettsäuren: 1 g | einfach unges. Fettsäuren: 8 g | Cholesterin: 34 mg | Natrium: 304 mg | Kalium: 117 mg | Ballaststoffe: 1 g | Zucker: 3 g | Vitamin A: 2822 IU | Vitamin C: 4 mg | Kalzium: 160 mg | Eisen: 0.1 mg

Umweltverträglichkeit

 

Tramezzini del tricolore

 

gemuesefahne_55Il tricolore ist bekanntlich die italienische Staatsflagge, die aus drei gleich breiten Streifen besteht. Die Farbtöne sind übrigens genau definiert: Grün (RGB 000/140/069), Weiß (RGB 244/245/240) und Rot (205/033/042).[1]

 

gemuesefahne_55Unsere Tramezzini del tricolore sind natürlich kein authentisches Gericht im historischen Sinne. Aber die farbliche Verteilung der Zutaten lässt Italien assoziieren. Und ehrlich gesagt gibt es neben den von uns gewählten Zutaten natürlich auch andere, mit denen man den farblichen Dreiklang hinbekommt. Wir haben uns für eine abgewandelte Caprese-Variante entschieden und dabei – da wir in etwa gleich dicke Schichten haben wollten – das Basilikum durch Salatblätter ersetzt. Doch auch andere Varianten sind natürlich denkbar: Statt Salat kann man auch Spinat nehmen oder den Mozzarella durch einen anderen Käse wie Scamorza oder Caciotta ersetzen und roher Schinken ergibt auch ein akzeptables Rot.

 

gemuesefahne_55Auch beim Brot besteht Gestaltungsspielraum. In Italien gibt es Tramezzini-Scheiben zu kaufen. Das sind Weißbrot-Scheiben ohne Rinde, die sehr feinporig sind. Erhältlich sind sie in rechteckiger oder dreieckiger Form, wobei in Bars belegte Tramezzini meist in dieser dreieckigen Form angeboten werden. Ersatzweise kann man zu einem Kasten-Weißbrot greifen und die Rinde abschneiden. Ähnlich wie Tramezzini kann man übrigens auch z.B. Crostini entsprechend belegen.

 

Tramezzini del tricolore

 

gemuesefahne_55Gegessen werden Tramezzini vor allem als Spuntini, doch im Rahmen eines Menüs können sie auch als Antipasto serviert werden. Etwas kleiner geschnitten taugen die Tramezzini del Tricolore sogar als Fingerfood.

 

gemuesefahne_55Wir veröffentlichen unser Rezept kurz vor der italienischen Parlamentswahl (25.09.22), einem politisch sehr wichtigen Tag. Normalerweise halten wir uns aus der Tagespolitik heraus, doch wir hoffen, dass die Italiener allen Umfragen zum Trotz kühlen Kopf bewahren, und zitieren eine Überschrift der Tageszeitung L’Unione Sarda: „Hoffen wir, dass die Postfaschisten von Meloni nicht gewinnen“.[2]

 

 

Fußnoten    (↵ zurück zum Text; ggf. geschlossenen Text zunächst öffnen)

  1. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Italiens (Letzter Zugriff: 09.09.22)
  2. https://www.unionesarda.it/de/spd-billigung-der-demokratischen-partei-hoffen-wir-dass-die-postfaschisten-von-meloni-nicht-gewinnen-y71xpia7 (Letzter Zugriff: 22.09.22)

2 Gedanken zu “Tramezzini del tricolore

  • 2. Oktober 2022 um 7:21
    Permalink

    Nach Kochen war uns in der vergangenen Woche nicht zumute – wir mussten erstmal die Wahl verdauen. Alles Daumendrücken hat nicht geholfen – Meloni wird die neue Ministerpräsidentin Italiens. Sicherlich wird am Tage ihrer Vereidigung Italien nicht faschistisch werden, werden Andersdenkende nicht abgeholt und (wie seinerzeit z.B. Carlo Levi) in Verbannung geschickt werden. Aber dass eine Partei die dem Andenken an Mussolini gewidmete stilisierte „ewige“ Flamme als Symbol auf ihre Parteifahnen näht und mit dem schon von Mussolini & Co. benutzten Slogan „Dio, Patria, Famiglia“ wirbt und damit auch noch Wahlgewinnerin wird – das irritiert schon ziemlich. Gut – Italien war nie ohne Makel (denken wir an Mafia, Korruption …; aber: wer ist schon makellos?), aber Italien, das war nicht nur das Land, in dem die Sonne länger scheint und man besser isst als in Deutschland, sondern es war auch das Land, in dem sogar die Kommunisten in den urbanen Zentren des Nordens eine gute Lokalpolitik machten, statt wie ihre deutschen Kollegen die Bevölkerung hinter Mauer und Stacheldraht einzusperren und im Zweifelsfall per Schießbefehl an der Grenze umzubringen. Vor allem aber war es das Land, in dem es eine von breiten Kreisen getragene Resistenza gab, das Land, das zumindest versucht hat, sich selbst zu befreien, und in dem es folgerichtig auch einen „Tag der Befreiung“ (25. April) als Nationalfeiertag gibt. In Deutschland kennen wir einen solchen Feiertag nicht. 2018 bestand in Niedersachsen die Chance zu dessen Einführung, doch die Niedersachsen, die sich feiertagsmäßig unterrepräsentiert fühlten und auf der Suche nach einem neuen Feiertag waren, wählten stattdessen den anachronistischen Reformationstag. In Deutschland hat es peinlicherweise bis zum Jahre 1985 gedauert, bis in Gestalt des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ein hochrangiger Politiker wenigstens die Frage stellen konnte, ob Deutschlands militärische Niederlage 1945 nicht auch eine Befreiung gewesen sei. Überhaupt ist der Blick auf die Zeit vor `45 in der deutschen Nachkriegsgeschichte voller Peinlichkeiten: Man denke nur an die Schmähung Willy Brandts als „vaterlandslosen Gesellen“ wegen dessen überfälligen Kniefalls in Warschau 1970. Insofern galt mir Italien immer als das moralisch integere der beiden Länder: Die Italiener hatten es wenigstens versucht, während unsere Elten / Großeltern / Urgroßeltern immer nur „Jawoll“ geschrien hatten und im Zweifelsfall von allem nichts gewusst haben wollten. Und nun: Meloni. Nach dem ebenfalls nur peinlichen Berlusconi, den man als temporären Fehltritt vielleicht noch hat entschuldigen können, eine gegenüber dem Faschismus zumindest sehr ambivalente Politikerin als Ministerpräsidentin. Ich gestehe: Mein Italienbild hat einen deutlichen Riss bekommen. Wir werden zwar weiterhin italienisch kochen, doch wir sollten sorgsam die italienische Politik beobachten und auch ggf. unsere Meinung kund tun. Keine Angst: A-I-K.de wird jetzt kein Politik-Blog, bei uns „regiert“ weiterhin der Kochlöffel, doch gerade aus Verbundenheit mit Italien glauben wir in dieser Situation Stellung beziehen zu müssen. Und in diesem Sinne genießen wir nun ein demokratisches, antifaschistisches Tramezzino del tricolore – ohne „ewige“ Mussolini-Flamme.

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