Pinza veneta
MaismehlkuchenZutaten
- 150 g Weizenmehl (550 / 0)
- 150 g Maisgrieß vgl. Lebensmittelinfo-Seite Maisgrieß / Polenta
- 75 g Zucker
- 3 Eier
- 80 g Feigen (getrocknet)
- 40 g Rosinen
- 50 ml Grappa
- 25 g Pinienkerne
- 1 TL Fenchelsamen
- 42 g Bierhefe (frisch)
- 6 g Butter für die Form
- 3 g Paniermehl für die Form
- 1 Prise Salz
Anleitung
- Rosinen in Grappa einweichen und mindestens 3 Stunden ziehen lassen.
- Feigen in kleine Stückchen schneiden.
- Hefe mit 40 ml lauwarmem Wasser auflösen.
- Eier und Zucker verquirlen.
- Beide Mehlsorten in eine Schüssel geben und mit einer Prise Salz und dem Fenchelsamen gut vermengen.
- Hefe in die Mitte des Mehls geben und mit einem Teil des Mehls verrühren.
- Eier zum Mehl geben und alles zu einem mittelfreuchten Teig verkneten.
- Feigen, Rosinen und Pinienkerne einstreuen und gut vermengen.
- Teig mit einem Handtuch bedeckt an einem warmen Ort drei Stunden gehen lassen.
- Eine mittelgroße Springform mit Butter und Paniermehl zum Backen vorbereiten und den Teig einfüllen und glatt streichen.
- Bei 180 ° auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen 30 Minuten lang backen, dann mit Alufolie abdecken (damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird) und noch einmal ca. 15 Minuten lang backen.
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Rezept-Hinweise
Moscato d'Asti (San Giuliano)
Ob man zu diesem Kuchen einen leichten Moscato d'Asti oder einen Grappa trinkt, das hängt wohl von der Situation und der Stimmung ab.
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Nährwerte
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Pinza ist ein Kuchen, der aus einer Zeit stammt, die im Vergleich zu heute durch weniger Wohlstand gekennzeichnet war. Die Zutaten konnten je nach Vermögensverhältnissen variiert werden: Mehr Mais- oder mehr Weizenmehl, Eier statt Milch, Zucker statt Rübenkraut. Pinza ist somit ein klassisches Gerichte der Cucina povera. Gleichwohl wird Pinza auch heute noch gern zu Haus gebacken und im Familienkreis konsumiert, ist Pinza doch in Venetien (und teilweise auch in Friaul – Julisch Venetien und im Trentino) der Kuchen, der traditionellerweise zu Epiphanie, dem Hl. Drei Königstag (6. Januar), gegessen wird. Die damit verbundenen Bräuche, die auf dem Land noch heute gepflegt werden, sind unterschiedlich: Beispielsweise werden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar große Holzfeuer entzündet, um die Ankunft des neuen (Kirchen-) Jahrs zu feiern. Das Verbrennen symbolisiert den Bruch mit dem alten, das Platzmachen für das neue Jahr. Im Feuer wurde aber auch nach Vorzeichen gesucht, die als Prognosen hinsichtlich des Verlauf des neuen Jahres (der zu erwartenden Ernten, Niederschläge usw.) gedeutet werden konnten. Nach Osten stiebende Feuer-Funken verhießen beispielsweise nichts Gutes und mündeten in der Empfehlung, einen Sack zu nehmen und schnell Brot zu backen angesichts der bevorstehenden Gewitter, die Kornfelder und Weinstöcke vernichten werden würden. Nach Westen stiebende Funken verhießen hingegen eine gute Ernte, genug Brot, PolentaVgl. ausführliche, bebilderte Lebenmittelinfo-Seite Polenta und Wein.[1] Oder die Familie saß um die große Feuerstelle des Hofs, in der auch der Kuchen gebacken wurde, wobei man in Venetien “pan e vin – con la pinza sotto al larin” sang – auf Deutsch “Brot und Wein – mit der Pinza unter dem Kamin”. Brot und Wein sind denn auch wichtige Akteure bei diesen Festlichkeiten, die mitunter auch selbst pan e vin genannt werden.
Wie immer, so variieren die Zutaten und Zubereitungsarten auch hier. Die oben angeführten Zutaten sind typisch für die Pinza aus Venedig, Padua und Vicenza, im südlichen Venetien wird auch Kürbis verarbeitet. Die hier beschriebene Pinza, im Venezianischen Pinsa genannt, ist nicht zu verwechseln mit anderen als Pinza bezeichneten Gerichten, etwa der Pinza romana, bei der es sich um eine Art salzige Focaccia handelt, besonders aber mit der ebenfalls aus dem Nordosten Italiens, nämlich aus dem Fiaul – Julisch Venetien stammenden Pinza triestina, was ein zu Ostern gebackenes panettoneartiges Brot aus Weizenmehl ist.
Hier findest du mehr Rezepte aus Venetien.
- Vgl. http://giampierororato.blogspot.de/2012/12/la-pinza-epifanica.html; ähnlich http://danieladiocleziano.blogspot.de/2010/01/la-pinza-dellepifania-secondo-lusanza.html (Letzter Zugriff: 02.01.16)↵
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2024
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Habe es genau nach Rezept nachgebacken,Doch leider ist es mir trocken geworden was habe ich falsch gemacht?
Alles richtig gemacht – der Kuchen ist ziemlich trocken. Wenn es feuchter sein soll, vielleicht den Teig feuchter anrühren und/oder Backzeit verkürzen.